Nach Teilsanierung der Albrecht-Dürer-Straße mehr Verkehrslärm als vorher - Hohe Fahrbahnmarkierungen als Ursache Mehr Lärm in der Dürer-Straße?

Von Peter Engelbrecht

Bei der Teilsanierung der Albrecht-Dürer-Straße für rund eine Million Euro ist offensichtlich etwas schiefgegangen. Anwohner Helmut Weinrich spricht von einem Schildbürgerstreich. Statt Lärmminderung sei dort wohl eher eine Lärmerhöhung passiert.

Helmut Weinrich beschwert sich über mehr Lärm in der Albrecht-Dürer-Straße durch Fahrbahnmarkierungen. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Die Hauptverkehrsader durch Bayreuth ins Industriegebiet wurde am vergangenen Donnerstag wieder für den Straßenverkehr freigegeben. Weinrich wohnt seit 41 Jahren rund 50 Meter entfernt in der Schönen Aussicht. Das städtische Tiefbauamt hatte unter anderem einen komplett neuen Unterbau und eine lärmmindernde Deckschicht einbauen lassen. Doch von einer Lärmminderung hat Weinrich nichts mitbekommen.

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Im Gegenteil, "der Straßenverkehr ist lauter als vorher". Die lärmmindernde Ashaltschicht sei in Ordnung, reduziere die Fahrgeräusche, sagt der Anwohner. Doch gleichzeitig ist offenbar eine neue Lärmquelle entstanden: Die Haltelinien für Fahrzeuge an den drei Ampeln mit Fußgängerüberwegen. Laut Vorgabe des Tiefbauamtes sollten die weißen Markierungen zwei Millimeter über der Fahrbahnoberfläche stehen. Messungen unserer Zeitung mit einem Zollstock ergaben allerdings Höhen von vier bis sechs Millimeter.

Wenn Autos wie vorgeschrieben mit Tempo 50 über die Haltelinien fahren, gibt es unregelmäßige Klackgeräusche, die bis in 50 Meter Entfernung wahrzunehmen sind. "Wir sind vom Regen in die Traufe geraten", klagt Weinrich, "das Klackern nervt ungemein." Die Geräusche träten Tag und Nach auf, er müsse die Fenster im Haus schließen.Schlimmer könnte es im Sommer werden, wenn die Anwohner der Hauptverkehrsader im Garten sitzen.

Am Montag rief Weinrich beim Tiefbauamt der Stadt an, um auf die neue Lärmquelle hinzuweisen. Doch dort berief man sich auf entsprechende Vorschriften, man könne nichts tun, lautete die lapidare Antwort. Erst eine offizielle Anfrage unserer Zeitung brachte Bewegung in die Sache. Die Beschwerde sei im Tiefbauamt bekannt, teilte Rathaus-Pressesprecher Joachim Oppold mit. Die Albrecht-Dürer-Straße sei im Zuge der Sanierungsarbeiten mit einem neuen, sogenannten Dünnschichtbelag ausgestattet worden, der eine verstärkt lärmmindernde Wirkung habe. Es sei das erste Mal, dass diese Art Asphalt in Bayreuth zum Einsatz komme.

Das Tiefbauamt vermute, dass das Überfahren der Haltelinien aufgrund der ansonsten lärmmindernden Wirkung des neuen Asphalts "nun verstärkt wahrgenommen wird". Bei korrekter Ausführung würden die Haltelinien so auf der Fahrbahn markiert, dass sie zwei Millimeter über der Fahrbahnoberfläche stehen. Die Stadt werde die Ausführung der Markierungsarbeiten jetzt nochmals überprüfen. Sollten die Haltelinien nicht korrekt eingearbeitet worden sein, sprich deutlich zu weit aus dem Asphalt herausstehen, müsste dies korrigiert werden, erläuterte Oppold.

Einen weiteren Bericht zur Sanierung lesen Sie hier.