Nach langer Führung Medi-Team verliert Test gegen Ulm 95:97

Mit Zug zum Korb, aber auch mit zwei Dreiern sammelte Frank Bartley (gelbes Trikot) 15 Punkte und war damit der Bayreuther Topscorer. ⋌Fotos: Peter Kolb

BASKETBALL. Nur das Ergebnis stimmte am Ende nicht: Trotz einer starken Mannschaftsleistung über 37 Minuten und einer beständigen zweistelligen Führung bis zum 91:78 verlor Medi Bayreuth am Sonntag das erste Testspiel zur Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison gegen Ratiopharm Ulm mit 95:97 (52:43).

Trotzdem überwogen für Head Coach Raoul Korner nach nur einwöchigem Training mit kompletter Besetzung die positiven Eindrücke deutlich: „Ich habe schon viel Richtiges gesehen. Es zeigte sich aber auch, dass wir körperlich noch nicht so weit sind, um den Fokus über 40 Minuten gleichmäßig zu halten. Im ersten und dritten Viertel – also jeweils zu Beginn – waren wir voll da, aber gegen Ende gingen Fokus und Rhythmus verloren. Da greifen eben auch die Automatismen noch nicht.“ Am Anfang sei sein Team vielleicht sogar selbst ein wenig überrascht darüber gewesen, was schon alles gelungen ist: „Da haben wir uns in einen kleinen Rausch gespielt. Aber wichtiger ist es letztlich, so ein Spiel am Ende auch zu gewinnen – selbst wenn das Ergebnis in so einem Testspiel noch relativ egal ist.“

Neun Medi-Korbschützen schon im ersten Viertel

Am bemerkenswertesten war der Eindruck von mannschaftlicher Geschlossenheit, den das fast vollkommen neu zusammengestellte Medi-Team schon zu diesem frühen Zeitpunkt vermittelte. Gleich die ersten sechs Korberfolge, die den Grundstein legten für einen 17:0-Lauf zum 20:7 nach sechs Minuten, wurden von sechs verschiedenen Spielern erzielt, und am Ende des ersten Viertels hatten schon neun Bayreuther einen Beitrag zum eindrucksvollen 30:13-Zwischenstand geleistet. Selbst bei Halbzeit hatte sich noch niemand mit einer persönlichen Ausbeute von mehr als sieben Zählern hervorgetan.

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Die ersten individuellen Akzente setzte zu Beginn der zweiten Halbzeit Frank Bartley mit neun Punkten in den ersten vier Minuten zum 65:53. Noch stärker trumpfte später aber Bastian Doreth auf. Der Kapitän hatte bis zur 28. Minute noch gar nicht auf den Korb geworfen, doch dann sammelte er zwischen dem 70:58 und 86:73 (34.) zwölf Zähler mit hundertprozentiger Quote (2/2 Zwei-er, 2/2 Dreier, 2/2 Freiwürfe).

In 100 Sekunden vom 92:82 zum 94:95

So wirkten lange Zeit alle Bayreuther Antworten souverän, obwohl die Ulmer vom zweiten Viertel an durchaus ihre Qualitäten andeuteten – erst vor allem durch starke Aktionen von Thomas Klepeisz, später mit der Durchschlagskraft von Center Dylan Osetkowski. Das änderte sich erst, als David Walker 2:42 Minuten vor Schluss beim Stand von 92:82 zwei Freiwürfe vergab und im Gegenzug ein Dreier von John Petrucelli erstmals seit der Anfangsphase auf weniger als neun Punkte verkürzte. Plötzlich verlor das Bayreuther Zusammenspiel an Linie und die Würfe an Genauigkeit, während die Ulmer nicht zuletzt durch zwei Dreier von Routinier Per Günther genau eine Minute vor dem Ende die Wende zur 95:94-Führung erzwangen. Zwei vergebene Freiwürfe von Christoph Philipps eröffneten den Bayreuthern zwar beim Stand von 94:97 noch eine Chance durch Freiwürfe für Bartley, doch nach dem absichtlich an den Ring geworfenen zweiten Versuch landete der Rebound bei den Gästen.

Medi Bayreuth: PARDON (10 Punk-te), Wenzl, WOOLRIDGE (11), JALALPOOR (9), Bruhnke (5), Doreth (12), Seiferth (10), Tiby (9), Krug, WALKER (7), Bartley (15), OLISEVICIUS (7); Rebounds: 36 (Pardon 7); Assists: 23 (Woolridge 6).

Rat. Ulm: Landers (0), Günther (16), Petrucelli (12), PHILIPPS (2), WILKINS (4), Obst (4), Betzel (4), Osetkowski (21), KLEPEISZ (17), CAUPAIN (2), Heckmann (9), HOLMAN (6); Rebounds: 32 (Holman 5); Assists: 22.