Nach Großbrand Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Viele helfen, um die Familie Groppweiß zu unterstützen. In Berndorf wird jetzt das leerstehende Pfarrhaus hergerichtet, damit die Landwirtsfamilie wieder ein Dach über dem Kopf hat. Foto: Melitta Burger

THURNAU. Zahlreiche Menschen wollen nach dem furchtbaren Brand auf dem Bauernhof der Familie Groppweiß in Menchau den Betroffenen helfen. Bei der Gemeinde Thurnau steht das Telefon nicht still, viele haben bereits Sachspenden zur Gemeinde gebracht,

Doch die Hilfe, sagt Bürgermeister Martin Bernreuther, muss koordiniert werden. Deswegen hat die Gemeinde unter der Telefonnummer 09228/95199 eine Hotline geschaltet. Wer der Familie helfen will, sollte unbedingt vorher dort anrufen und anbieten, was er hat. Nur so könne sichergestellt werden, dass nicht viele benötigte Gegenstände doppelt und dreifach vorhanden sind. Auch ein Spendenkonto hat der Markt Thurnau eingerichtet. Wer mit Geld über diese ersten harten Wochen helfen will, kann eine Überweisung auf das Konto bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach mit der IBAN: DE63 7715 0000 0101 7400 58 (Spendenzweck "Brand #Menchau") tätigen.

Die Familie ist inzwischen in einer Pension untergekommen. Mit Nachdruck arbeitet die Gemeinde mit Hilfe vieler Freiwilliger daran, das bislang leerstehende Pfarrhaus im benachbarten Berndorf herzurichten. Bereits am Freitagmorgen waren dort Frauen dabei, die Fenster zu putzen, die Zimmer bezugsfertig zu machen. Die Gemeinde, informierte Bürgermeister Bernreuther, sei schon dabei, das neue vorübergehende Zuhause zu gestalten: "Wir stellen Betten rein, installieren Lampen und auch eine Küche."

Die Bereitschaft aus der Bevölkerung, mit Spenden zu helfen, sei überwältigend. "Dafür bedanken wir uns herzlich." Bernreuther verweist auf die Hotline. Alles, was noch gebraucht wird, werde die Gemeinde gerne für die Familie entgegennehmen. "Wir bitten um Verständnis, dass die Familie selbst im Moment nicht da ist." Erst in der kommenden Woche sei der Einzug geplant.

Von der großen Hilfsbereitschaft, nicht nur was Spenden angeht, sondern auch das Zupacken an allen Orten, wo dies nötig ist, zeigt sich der Bürgermeister begeistert: "Das zeigt, dass so etwas auf einem Dorf wahrscheinlich noch am besten funktioniert. Das Dorf hier hält gut zusammen. Darauf sind wir mächtig stolz. So traumatisch und tragisch das jetzt alles ist, aber dass jetzt alle mit anpacken, viele über Nacht dageblieben sind, das ist eine klasse Leistung." Viele, die am Donnerstagnachmittag schon dagewesen sind, waren auch am Freitag noch da und halfen beim Löschen und Aufräumen. "Wir können wirklich froh sein, dass wir solche Leute bei uns haben."

Während die einen dafür sorgen, dass die Menschen wieder Boden unter die Füße bekommen, helfen Landwirte aus der Umgebung mit, das Vieh zu versorgen. Auch die Bauern waren praktisch die ganze Nacht im Einsatz, haben Futter für die Milchkühe besorgt. Die Jungtiere sind bereits in anderen Ställen untergebracht. Für die Kühe wird jetzt dringend ein Stall gesucht. Sogar einen mobilen Melkstand haben die benachbarten Bauern noch in der Nacht beschafft und am Freitagmorgen installiert. "Um 10 Uhr morgens waren alle Kühe gemolken", berichtet Amtstierarzt Bernhard Schurr. "Das ist eine klasse logistische Leistung, die da vollbracht wurde. Ein großes Lob an die Landwirte und die Einsatzkräfte. Es ist beeindruckend, dass es so etwas noch gibt."

 

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