Nach der Stromtrasse nun auch Fracking?

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Die Landtags-Grünen schlagen Alarm: Sie fürchten, dass im Raum Bayreuth-Creußen-Weiden nun doch das umstrittene Fracking eingesetzt werden könnte. Das bayerische Wirtschaftsministerium widersprach dem. „Fracking ist in Bayern nicht möglich“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. In Teilen dieses Gebietes gibt es massive Proteste gegen die geplante Stromtrasse.

Die Bayreuther Grünen-Landtagsabgeordnete Ulrike Gote warf der CSU-Staatsregierung vor, dem britischen Fracking-Spezialisten Rose Petroleum „heimlich, still und leise“ eine Lizenz für die Erkundung eines rund 2600 Quadratkilometer großen Gebietes zwischen der Oberpfalz und Oberfranken erteilt zu haben. Nach einer Landkarte, die das bayerische Wirtschaftsministeriums unserer Zeitung auf Anfrage zur Verfügung stellte, umfasst das Untersuchungsgebiet in Oberfranken die Areale Bayreuth, Eckersdorf, Heinersreuth, Creußen, Bindlach und Teile des Fichtelgebirges sowie in der Oberpfalz unter anderem Kemnath, Erbendorf, Auerbach, Vilseck und Weiden. Das gesamte Gebiet nennt sich „Weiden Basin“.

Das Unternehmen Rose Petroleum hatte am 31. Januar 2014 vom Freistaat eine Untersuchungslizenz für das Riesenareal erhalten. Die Erlaubnis ist auf drei Jahre befristet und dient der Suche nach Kohlenwasserstoffen, also Erdöl und Erdgas. Gote zitierte Unternehmensaussagen, wonach die Aufsuche von Öl und Gas mittels konventioneller und unkonventioneller, also Frackingförderung, möglich sei.

Fracking ist das chemische Herausbrechen von Schiefergasen aus tief liegenden Gesteinsschichten. Die Rohstoffe werden erschlossen, indem ein chemisches Gemisch in den Boden gepumpt wird. Kritiker fürchten, dass mit den giftigen Chemikalien das Grundwasser verseucht werden kann.

Gote wirft dem bayerischen Umweltminister Marcel Huber (CSU) Wortbruch vor. Denn zum Tag des Wassers am 22. März 2014 habe Huber folgendes mitgeteilt: „Bayern sagt Nein zum Fracking, bis jegliches Risiko für Mensch und Natur ausgeschlossen ist. Fracking mit einem Giftcocktail darf unsere Umwelt und unser Trinkwasser nicht gefährden.“

Ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums bestätigte auf Anfrage, das britische Unternehmen habe die Erlaubnis zur großräumigen Aufsuchung von Erdöl und Erdgas in dem betreffenden Gebiet für drei Jahre erhalten. Die Suche erfolge mit Schallwellen, nicht durch Bohrungen. Sollten entsprechende Vorkommen gefunden, könne die Firma einen Antrag beim Wirtschaftsministerium für die konventionelle Förderung stellen. Für eine unkonventionelle Förderung, also Fracking, werde keine Genehmigung erteilt, betonte der Sprecher. Dem stünden Belange der Wasserwirtschaft entgegen. „Es gibt keine Erlaubnis, Fracking durchzuführen“, bekräftigte der Sprecher.

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