Weitere Mithelferinnen und Mithelfer werden händeringend gesucht. Sicher geplant sind bereits zwei Fahrten vom 22. bis 24. Oktober und vom 29. bis 31. Oktober. An diesen Wochenenden kommen die Freiwilligen im Helfer-Camp unter, werden verpflegt und können die sanitären Anlagen nutzen. Danach werden an den folgenden Wochenenden weitere Reisebusse beschafft– sollten sich genügend Freiwillige melden. Die Organisation läuft über zweiten Bürgermeister Frank Wilzok, und Natalja Kausich aus Danndorf, die bereits zu Beginn der Aufräumarbeiten im Ahrtal einen Lkw mit Lebensmitteln und Baumaterial auf den Weg geschickt haben. Ende Juli startete sie ihre Spendenaktion. Später sprach sie mit Bürgermeister Wilzok, ob sie denn nicht mehr machen könnte. Eine Inspiration dafür war ihre Mutter Ursula: „Sie wollte längerfristig helfen. Sie wollte nicht, dass es eine einmalige Sache ist.“
Schließlich kam die 29-Jährige dem Hilferuf von Pistor und Helfer-Shuttle-Gründer Thomas Pütz nach und sucht jetzt Freiwillige und Fachkräfte, die im Ahrtal helfen möchten. Ein auf dem Handy gefilmtes Video, das Pütz zwischen den gespendeten Bierfässern zeigt, verbreitete sie über Facebook, um die Kulmbacher um Hilfe zu bitten. Kausich weiß, dass die dringend gebrauchten Freiwilligen im Winter weniger werden. Die Lehramtsstudentin überlegt auch, ihre Gymnasiasten mit ins Boot zu holen, muss aber noch rechtliche Hürden überwinden. 16- bis 18-Jährige dürften nicht ohne Erziehungsberechtigten ins Ahrtal fahren. Jetzt heißt es aber erst mal abwarten: Bis 17. Oktober können sich Interessierte unter der E-Mail-Adresse kulmbach-hilft-ahrtal@web.de melden, erst dann können in Zusammenarbeit mit dem Helfer-Shuttle weitere Schlafplätze organisiert werden. Die 29-Jährige ist optimistisch, dass sich viele melden. Einen Tag nach dem Facebook-Auftritt zählte sie zehn Anmeldungen. Wünschenswert wären mindestens 30 pro Wochenende.
Wer auf eigene Faust helfen möchte, kann selbst den Helfer-Shuttle in Anspruch nehmen. Die Wohnmobilstellplätze stehen auch für private Pkw und Zelte bereit. Es gibt Unterkünfte mit Betten und Dusch-Containern. Neben den Bussen am Wochenende gibt es ein eigenes Spendenkonto von Bürgermeister Wilzok. Der hat für die Kulmbacher Helferinnen und Helfer etwa 40 Übernachtungsmöglichkeiten gebucht – das war seine Voraussetzung für den Helferaufruf. Er ist positiv gestimmt, dass der geplante Reisebus voll sein wird.
Bis 17. Oktober wartet er auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung, aber schon jetzt bekommt er jeden Tag E-Mails und Anrufe von Kulmbachern: „Die Leute erzählen auch gleich, was sie alles mitbringen können: Handschuhe, Gummistiefel, Schaufeln.“ Das Wochenende in den Herbstferien möchte der zweite Bürgermeister nutzen, um selbst in einen der Busse zu steigen.