Nach dem Sieg in Würzburg Die Medi-Spieler in der Einzelkritik

Treffsicher wie immer, auch in großer Bedrängnis: Mit seinen 19 Punkten in Würzburg steigerte Osvaldas Olisevicius (am Ball) seinen Saisonschnitt auf 14,3 und löste damit Frank Bartley an der Spitze der internen Korbschützenliste von Medi Bayreuth ab. Foto: Heiko Becker

Der dritte Bundesligasieg in Folge von Medi Bayreuth mit 90:75 in Würzburg mag nicht ganz so glanzvoll gewesen sein, wie die vorangegangenen in Bonn (91:76) und vor allem gegen Crailsheim (97:78). Das lag aber auch am Gegner, dem verletzungsbedingt nicht nur die spielerische Qualität des nachverpflichteten Pointguards Robert Lowery fehlte, sondern auch noch die kämpferischen Impulse von Felix Hoffmann. Wie berichtet, lösten die Bayreuther die Aufgabe letztlich ungefährdet, wozu jeder Spieler seinen Beitrag leistete:

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DERERK PARDON (14 Punkte / 23:39 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: 13): Der Top-Rebounder konnte mehrfach seine Beweglichkeit gegenüber Murphy Holloway ausspielen, kratzte zudem mit einem Block gleich zu Spielbeginn am Selbstvertrauen der erfahrenen Würzburger Nachverpflichtung. Am Ende zweitbester Korbschütze (6/7 aus dem Feld, 2/5 Freiwürfe); vier Rebounds.

Nico Wenzl: Nicht eingesetzt.

Philip Jalalpoor (0 / 4:01 / -4): War vor der Pause im Einsatz, allerdings ohne zählbaren Erfolg.

Kay Bruhnke (3 / 11:40 / 0): Kam nach Walkers drittem Foul zu sei-nem siebten Saisoneinsatz und rund zwölf Einsatzminuten. War giftig in der Defensive und nutzte seine einzige Wurfchance zu einem Dreier.

Bastian Doreth (9 / 24:07 / 6): Der „Capitano“ kam nach seinem Verletzungsausfall in der Partie gegen Crailsheim und lediglich zwei vorgelagerten Trainingseinheiten diesmal von der Bank – allerdings schon in der 5. Minute, weil sein Team bis dahin nicht genügend Energie auf das Parkett brachte. Von seiner Verletzung war nichts zu sehen: Mit 3/6 Würfen, vier Rebounds und vier Assists wusste der Leitwolf wieder einmal zu überzeugen.

Andreas Seiferth (7 / 16:21 / 2): Mit klaren technischen und körperlichen Vorteilen gegenüber dem 143-fachen NBA-Spieler Perry Jones, insbesondere im Low-Post. Bester Bayreuther Rebounder (6) und im Abschluss wieder sehr effektiv (3/4 Würfe).

LAZERIC JONES (12 / 21:10 / 15): Startete unaufgeregt in die Partie, ließ im dritten Viertel mit sieben Zählern in Folge seine Korbjägerqualitäten kurzzeitig aufblitzen und beendete die Partie mit 5/8 Würfen aus dem Feld sowie je zwei Rebounds und Assists.

MATT TIBY (3 / 24:58 / 7): Hatte zu Beginn einige Probleme in der Beschattung von BBL-Routinier Alex King, der seine ersten acht Punkte gegen ihn fehlerfrei verwerten konnte. Offensiv mit diesmal nur vier Würfen (ein Dreier) unauffällig.

Johannes Krug: Nicht eingesetzt.

DAVID WALKER (11 / 31:29 / 20): Einmal mehr stark in der Verteidigung, übernahm King im ersten Viertel und stoppte dessen Wurfserie. Offensiv wechselten bei ihm wieder einmal Licht und Schatten (3/8 Dreier).

Frank Bartley (12 / 18:44 / -2): Fiel nach seiner Einwechslung im ersten Abschnitt nur durch einen Ballverlust auf, startete dann aber stark ins zweite Viertel mit acht Punkten in Folge. 3/5 Zweier, 1/2 Dreier, 3/5 Freiwürfe, vier Rebounds.

OSVALDAS OLISEVICIUS (19 / 31:30 / 18): Der Ex-Würzburger (Saison 2017/18) eröffnete die Korbjagd und war am Ende wieder einmal bester Korbschütze mit guter Quote (4/7 Zweier, 3/5 Dreier). Löste damit Bartley an der Spitze der teaminternen Korbschützenliste ab und erzielte zum 17. Mal in den zurückliegenden 18 Spielen eine zweistellige Korbausbeute. Zudem zeigte er Vorbereiter-Qualitäten (4 Assists) und war zweitbester Rebounder (5).

Stimmen zum Spiel

Raoul Korner (Bayreuther Trainer): „Es war der erwartet harte Kampf. In der ersten Halbzeit haben wir gerade zu Beginn viele Freiwürfe bekommen, die wir nicht getroffen haben. Dann hat Würzburg in der Defensive angezogen und uns in Schwierigkeiten gebracht. Das haben wir ab dem dritten Viertel besser gemacht und vor allem in der Verteidigung einen Zahn zugelegt. Dadurch haben wir Stopps kreiert und das Ding am Ende recht souverän nach Hause gespielt.“

Denis Wucherer (Würzburger Trainer): „Wir haben zum zweiten Mal in Folge das Spiel im dritten Viertel aus der Hand gegeben – heute gegen eine Mannschaft, die über 40 Minuten deutlich erwachsener und mit mehr Qualität im Zusammenspiel und in der Entscheidungsfindung agiert hat. Gerade im dritten Viertel haben wir Fehler gemacht, die Rookies machen. In unserer Zusammensetzung schaffen wir es zurzeit nicht, über 40 Minuten auf einem konstant vernünftigen Niveau zu spielen.“

Bastian Doreth (Bayreuther Kapitän): „Wir wussten, dass es ein harter Kampf werden würde, denn gerade in dieser Besetzung sind die Würzburger richtig unangenehm. Jeder auf dem Feld kämpft, und sie sind extrem aggressiv in der Verteidigung, von daher war uns klar, dass wir über die komplette Partie hinweg sehr fokussiert zu Werke gehen mussten. Der Schlüssel zum Sieg war, dass wir gut auf den Ball aufgepasst haben und gegen die aggressive Verteidigung nicht den Kopf verloren haben.”

 

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