Nach dem Andrang am Wochenende will die BMTG manches ändern Flohmarkt: Mehr Einweiser und weniger Abkürzer

Von Katharina Wojczenko

Stundenlanges Kriechen um den Volksfestplatz, Stau an allen Ecken: Viele Händler hat das Verkehrschaos beim Flohmarkt am Wochenende genervt. Der fand zum ersten Mal übers Wochenende statt - und nach einem Feiertag. "Wir haben das nicht korrekt eingeschätzt", räumt Jens Kempgens von der Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH (BMTG) ein. Er will mit seinem Team besprechen, was künftig anders laufen muss. Aber bei manchem ist er auf die Vernunft der Händler angewiesen.

Kempgens hatte geahnt, dass der Andrang höher sein würde. Zum ersten Mal war der erste Tag des Flohmarkts kein Freitag. Aber er hatte nicht gedacht, dass die Händler "alle auf einmal auf der Matte stehen - und viel zu früh". Um 8 Uhr sollten die Autos auf den Volksfestplatz fahren dürfen. Um halb acht war Kempgens Personal da. "Aber schon um 7 Uhr war kein Durchkommen mehr."

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Kempgens Ziel ist nun: "den Beginn optimieren und die Überlastung entzerren." Keine leichte Aufgabe. Denn viele haben Panik, dass sie keinen guten Stellplatz finden. Und kommen dann einfach noch früher, ist Kempgens Erfahrung: "Wenn wir um fünf öffnen, sind sie eben um zwei Uhr morgens da."

Früher öffnen geht nicht

Früher öffnen ist sowieso nicht drin: "Wenn es dunkel ist, kann ich sie nicht auf den Platz lassen." Dann sind die Markierungen nicht zu erkennen. Für manche Beschwerden über die Wartezeit hat er aber auch wenig Verständnis:  "Was haben sie denn erwartet, wenn sie drei Stunden vorher da sind?"

Manche Händler waren sogar schon einen Tag vorher angereist. Hinzu sei gekommen, dass die Friedrich-Ebert-Straße wegen einer Baustelle nur einspurig befahrbar war. Der Rückstau "ging fast einmal komplett um den Volksfestplatz", sagt Kempgens. Dabei hat Kempgens spontan das Gelände um den FC-Platz erweitern können, weil der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Langner zufällig in der Nähe war und zustimmte. "Sonst hätten wir Leute enttäuschen müssen, die stundenlang gewartet hatten."

So reagiert der Veranstalter auf die Kritik

Die Plätze vorab verteilen? Das wäre eine Option, sagt Kempgens. Bislang hat die BMTG das vermieden, weil sie die spontane Vergabe familienfreundlich und unbürokratisch sei. Mehr Personal zum Einweisen wird künftig auf dem Volksfestplatz sein. Ob sich das auf die Standgebühr auswirkt, weiß er noch nicht. Die Verkehrsschilder werden künftig in der Nacht aufgestellt. Auch ein Punkt, den Händler moniert hatten. Das Aufstellen dauert aber nur eine halbe Stunde.

Eine weitere Maßnahme: "Wir werden die Abkürzer unterbinden." Die hatten die Schlange umfahren und sich vorne eingereiht. "Aber das muss die Polizei machen", sagt Kempgens. "Das bringt nichts, wenn einer unserer Mitarbeiter das mit einer gelben Weste versucht", ist seine Erfahrung. Und noch etwas will er unterbinden: Dass Leute aus der Autoschlange springen und den besten Platz reservieren, bis das Auto da ist. Dabei ist Kempgens überzeugt, dass man es nicht falsch treffen kann. "Wenn die Leute Zeit haben, bummeln sie über den ganzen Platz."

Standgebühr wird wohl künftig erst auf Platz kassiert

Eine andere Änderung könnte den Stau draußen verkürzen, aber ein anderes Problem schaffen:  Kempgens strebt an, die Standgebühr künftig nicht am Eingang zu kassieren, sondern auf dem Platz. Dann könnten nicht nur ein, zwei, sondern mehrere Autos gleichzeitig einfahren. Dann ist aber auch mehr Personal nötig, um sie zu ihren Plätzen zu bringen und darauf zu achten, dass sie nicht losrasen.

Den Flohmarkt öfter als zweimal im Jahr zu veranstalten, kommt für Jan Kempgens von der BMTG jedenfalls nicht in Frage. Die Besucher hätten sich dran gewöhnt. "Und irgendwann ist die Luft raus". So seien viele Händler schon Sonntagmittag abgereist, obwohl sie pauschal für zwei Tage Gebühr bezahlen.

Info: Der nächste Flohmarkt findet am Samstag, 12. September, und Sonntag, 13. September, statt.