Nach Bürgerentscheid: Keine Gartenschau

Was in Bayreuth vor der Tür steht wird es in Traunstein nicht geben: eine Landesgartenschau. Hier ein Bild vom Gelände in Bayreuth. Foto: Nicolas Armer/dpa Foto: red

Die einen sind dafür, die anderen dagegen. Um die 2022 in Traunstein geplante Landesgartenschau ist in der oberbayerischen Stadt ein erbitterter Streit entbrannt. Jetzt haben die Wähler gesprochen: Die Blumenschau wird es nicht geben.

 
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Knapp zwei Wochen bevor in Bayreuth die Landesgartenschau 2016 beginnt, hat die Traunsteiner Bevölkerung bei einem Bürgerentscheid die für 2022 geplante Landesgartenschau mit großer Mehrheit abgelehnt. Beim ersten Bürgerentscheid in der 36-jährigen Geschichte der bayerischen Gartenschauen stimmten am Sonntag 63,3 Prozent für das von einem Aktionsbündnis initiierte Bürgerbegehren gegen die Blumenschau. Das Ratsbegehren des Traunsteiner Stadtrates zugunsten der Veranstaltung bekam nur 45,7 Prozent Zustimmung, 54,3 Prozent lehnten es ab.

«Das ist eine riesige Enttäuschung für mich als Oberbürgermeister und für viele Traunsteiner», kommentierte der SPD-Politiker Christian Kegel das Ergebnis am Abend. «Als guter Demokrat hat man das zu akzeptieren.» Eine Landesgartenschau werde es nun definitiv nicht geben.

Die Beteiligung an dem Bürgerentscheid in der 20 000 Einwohner zählenden oberbayerischen Stadt lag nach Angaben des Wahlleiters bei 51,6 Prozent. Das Quorum wurde für beide Begehren erreicht. Auch das Ergebnis der Stichfrage, mit der die Bürger festlegen sollten, welcher Bürgerentscheid gelten soll, falls die Ergebnisse der beiden Begehren nicht miteinander vereinbar gewesen wären, war eindeutig: Eine Mehrheit von 57,01 Prozent stimmte gegen die Landesgartenschau.

Die Gegner befürchten, dass sich die Stadt mit der Finanzierung der auf 25 Millionen Euro geschätzten Veranstaltung übernehmen könnte. Zudem seien die jahrelangen Bauarbeiten eine zu große Belastung für die Bevölkerung.

Die Befürworter, an der Spitze Oberbürgermeister Kegel, sprechen stattdessen von einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität durch die Schaffung neuer Grünflächen. Außerdem könne die Landesgartenschau den Bekanntheitsgrad Traunsteins steigern, was der Wirtschaft, insbesondere dem Tourismus, nutze.

dpa

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