Kürzlich griff die israelische Luftwaffe erstmals seit mehreren Monaten auch wieder in den südlichen Beiruter Vororten an. Dabei wurde Haitham Ali Tabatabai, der Generalstabschef der proiranischen Hisbollah, getötet.
Angesichts der jüngsten Entwicklungen im Libanon seien alle Sicherheitsvorkehrungen ergriffen worden, teilte Vatikan-Sprecher Matteo Bruni vor der Reise mit. "Die Sicherheitslage war bereits seit Monaten bekannt, als die Reise vorbereitet wurde. Schon damals wurden alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen", sagte er auf Nachfrage von Journalisten. Leo bleibt bis Dienstag im Libanon.
Auf die Frage, ob der Papst während des Besuchs gepanzerte Fahrzeuge benutzen werde, erklärte Bruni: "Je nach Situation werden die jeweils geeigneten Fahrzeuge eingesetzt". In der Türkei wurde Leo in geschlossenen Fahrzeugen gefahren und nicht wie sonst in offenen.
Hoffnungsschimmer für Frieden und Stabilität
Insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Sicherheitslage wird im Libanon die Reise des Papstes als Zeichen der Hoffnung auf Frieden und Stabilität gesehen. Bereits Wochen vor der Papst-Visite waren an neu instand gesetzten Straßen Schilder als Willkommensgruß angebracht worden. Auf ihnen wird er bereits als "Friedenspapst" gefeiert. Auf einigen Schildern stehen auch Botschaften wie "Der Libanon will Frieden".
Nicht nur libanesische Christen hoffen, dass zumindest während des Papst-Besuchs die Spannungen etwas nachlassen und Israel zu keinen größeren Schlägen ausholt. Israel wirft der Hisbollah-Miliz Verstöße gegen die im November 2024 ausgehandelte Waffenruhe vor und erklärt so seine Angriffe.
Im Libanon warten auf Leo aber in vielerlei Hinsicht komplizierte Themen: Das Land steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die Machtverteilung zwischen den Konfessionen befeuert Korruption und politische Misswirtschaft. Rund 60 Prozent der Bevölkerung leben in Armut.