Urs Fischer wäre nicht Urs Fischer, wenn er nicht auch den rauschhaften Stunden auf dem Gipfel mit radikaler Nüchternheit begegnen würde. Ein beeindruckendes 6:1 hatten der Trainer von Union Berlin und seine Mannschaft beim FC Schalke 04 erspielt, einen noch höheren Sieg konnten die Anhänger des Clubs bislang weder in der Bundesliga noch in der DDR-Oberliga bejubeln. Bis zum Ausgleichstor des FC Bayern gegen Mönchengladbach in der Schlussphase des Abendspiels stand Union am Samstag sogar für einige Stunden auf Platz eins in der Tabelle, woraufhin Fischer auf die Frage nach seiner Meinung zum Spiel zunächst einmal erklärte: „Es wird wichtig sein für uns, dieses Resultat richtig einzuordnen.“ Die Höhe des Sieges fand er unangemessen, „die 3:1-Pausenführung war aus meiner Sicht glücklich, Schalke war in der ersten Hälfte besser im Spiel als wir, war aggressiver, war agiler, wir wirkten schläfrig, zum Teil auch fahrig“, monierte der Schweizer, bevor er sich doch noch zu einem dürren Lob hinreißen ließ: „Was gut war: Wir waren sehr effizient.“