Nach 20 Jahren droht das Aus Dringend Mitstreiter gesucht

Hebamme Theresia Trenka (links) mit ihrer Tochter Anna Trenka vor dem letzten Domizil der Krabbelgruppe, dem alten Gemeindehaus in Welluck. Foto: Sandra Raß

Verein „Menschenskinder“ droht die Auflösung, wenn nicht neue Vorstandsmitglieder gefunden werden

AUERBACH/WELLUCK - Bedeutet die erschwerte Vorstandssuche in Corona-Zeiten nach 20 Jahren das Aus für die „Menschenskinder“? Der Verein sucht aktuell Vorstandsmitglieder und möchte sich per Satzung neuen Zielen wie der Nachhaltigkeit und der gesunden Ernährung öffnen.

Fast genau 20 Jahre nach Gründung des Vereins „Menschenskinder“ ist die Zukunft der Krabbelgruppe ungewiss. Findet sich kein neuer Vorstand, steht der Verein wohl vor dem Aus. Am 5. März 2001 wurde im Café Postillion auf die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Amberg angestoßen. Gründungsmitglieder waren neben der Hebamme Theresia Trenka auch Nicole Reimann, Gabriele Endres-Bauer, Tanja Friedl und die Erzieherin Kerstin Höller.

Jeden dritten Mittwoch ein Babytreff

Im evangelischen Gemeindehaus wurde ein Raum angemietet, um jeden ersten Mittwoch im Monat ein „Müttercafé“ zu veranstalten. Zudem wurde an jedem dritten Mittwoch im Monat ein „Babytreff“ ins Leben gerufen. Die Leitung übernahmen Kerstin Höller und Tanja Friedl. Vervollständigt wurde das Angebot der Menschenskinder durch ein „Mütter-Wellness“-Programm, das von Anita Trenz koordiniert wurde. Man organisierte viele Veranstaltungen und Schulungen wie zu den Themen „Gesunde Ernährung des Kindes“, „Psychische Entwicklung von Kindern“ sowie praktische Ratschläge für den reibungslosen Ablauf des Babyalltags.

Im Februar 2003 zog man in den neuen Gruppenraum „Zwergenstübchen“ im Haus St. Josef in der Unteren Vorstadt um. Weiterhin übernahmen Kerstin Höller und Tanja Friedl die Leitung der Gruppenstunden, die Mitgliederzahl lag mittlerweile bei 57 Familien. Ob lustiger Kinderfasching, Kindergeburtstag oder Nikolausfeier, immer war etwas los in der Krabbelgruppe. Vorsitzende Theresia Trenka und ihre Stellvertreterin Nicole Reimann mussten sich, nachdem die Räume im ehemaligen Kinderhort wieder selbst gebraucht wurden, auf die Suche nach einem neuen Domizil machen. Deshalb zogen die „Menschenskinder“ in den Marienkindergarten in die dritte Gruppe, die damals leer stand. Als stellvertretende Vorsitzende wurde Ingrid Bratsch gewählt, Mirjam Müller bot eine Spielgruppe an.

2009 fusionierte der Verein mit der Krabbelgruppe „Mini Maxi“, die ihren Gruppenraum im alten Gemeindehaus in Welluck hatte. Seit diesem Zeitpunkt hat sich im Vorstandsgremium nichts geändert. Theresia Trenka ist erste Vorsitzende, Kerstin Weidel ihre Stellvertreterin und als Schatzmeisterin ist Martina König bis heute im Amt. In den folgenden Jahren trafen sich viele Spielegruppen in Welluck. Dort wurden Kindergeburtstage gefeiert, Gespräche geführt und Freundschaften geschlossen. Da viele Mütter heute ihre Kinder nicht mehr drei Jahre zu Hause betreuen und die Stadt genügend Krippenplätze geschaffen hat, wurden die Spielegruppen weniger nachgefragt.

Seit März 2020 gibt es Corona-bedingt gar keine Treffen mehr. Deshalb wurde im März die Hauptversammlung als Onlinekonferenz abgehalten. Der Vorstand wurde entlastet, die zweite Vorsitzende Kerstin Weidel und Schatzmeisterin Martina König legten ihre Ämter nieder. Momentan zählt der Verein 68 Mitglieder. Der Gruppenraum in Welluck, der von der Stadt mietfrei überlassen wurde, ist nun gekündigt, da die Nebenkosten nicht länger bezahlt werden können. Die langjährige Vorsitzende bedankt sich vor allem bei Hubert Albert, der über dem Gruppenraum wohnt und sich in der langen Zeit immer um die Heizung und sämtliche Nebenarbeiten kümmerte.

Im Gespräch mit Theresia Trenka über die Zukunft des Vereins wurden neue Ideen eingebracht. Sie hofft nun, eine neue zweite Vorsitzende zu finden. Da der Hebamme der Verein sehr am Herzen liegt, wird sie den Vorsitz weiter übernehmen. Ihre Tochter Anna Trenka wird sich bei der Wahl als neue Schatzmeisterin zur Verfügung stellen. Und auch ein neues Domizil wurde der Vorsitzenden angeboten. Der „WunderRaum“ in der Dr.-Heinrich-Stromer-Straße würde von den Besitzern Andrea Eichinger und Andreas Kilger für die Nutzung einer Krabbelgruppe bereit gestellt. Somit hätte der Verein nach der Pandemie wieder einen neuen Anlaufpunkt für die Treffen und Angebote.

Die „Menschenskinder“ wollen in Zukunft eine Satzungsänderung beschließen, damit organisatorische Arbeiten vereinfacht werden können. Außerdem soll zu den Zielen des Vereins auch ein neues, aktuelles Thema hinzukommen: Anna und Theresia Trenka wollen Angebote zum Thema Nachhaltigkeit ausarbeiten. Das beginne schon bei den Kleinsten – wo man statt eines Feuchttuchs einen Waschlappen verwenden könne – und höre beim umweltbewussten und saisonalen Einkauf nicht auf.

Aktuell fanden schon zwei Online-Kochkurse statt. Alle Teilnehmerinnen hatten gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel eingekauft und kochten unter Anleitung in der eigenen Küche. Theresia Trenka möchte allen Kindern, denen sie während ihrer Arbeit als Hebamme auf die Welt geholfen hat, den Planeten Erde möglichst lange erhalten. In naher Zukunft sollen alle Mitglieder schriftlich zu einer erneuten digitalen Mitgliederversammlung zur Zukunft des Vereins „Menschenskinder“ eingeladen werden. In der Hoffnung, engagierte Mitstreiter zu finden.

 

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