Wilhelminenaue Schwere Arbeit auf der Baustelle des Naturgartens

Auf der Baustelle des Naturgartens in der Wilhelminenaue werden derzeit vor allem Kräfte zehrende Arbeiten erledigt. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Sie schleppen Baumstämme, wuchten große Sandsteinquader und verteilen riesige Kalkschotterhaufen. Auf der Anlage des zukünftigen Naturgartens in der Wilhelminenaue erledigen Mitglieder des Vereins Summer in der City und viele Freiwillige derzeit vor allem grobe, viel Muskelkraft erforderliche Arbeiten.

„Wir sind voll im Zeitplan“, sagen Vorsitzende Stefanie Propp und Projektleiter Thomas Pickel, die zusammen mit Franziska Wagner fast jeden Tag auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen Gelände des Naturgartens zugange sind. Unterstützt werden sie momentan von einem Minibagger, der die Pflanzlöcher für Sträucher und Bäume aushebt, Tümpel anlegt und große Steine an die für sie vorgesehenen Plätze transportiert. „Ohne die maschinelle Unterstützung würden wir fünf Jahre benötigen. Im nächsten Jahr wird die Baustelle verschwunden und die kräftezehrende Arbeit vergessen sein“, betonen Propp und Pickel.

Große Unterstützung

Was die Initiatoren des Naturgartens besonders freut, ist die große Unterstützung von Seiten ihrer Kommilitonen, aber auch von vielen Bürger jeden Alters. Donnerstags zwischen 16 und 20 Uhr tummeln sich neben den Studierenden auch viele Freiwillige auf der Baustelle. „Mindestens 20 Leute sind immer hier am Donnerstag“, sagt Propp. Es sei eine „sehr schöne Gemeinschaft“ entstanden.

Um bis zum Herbst die groben Arbeiten abschließen zu können, wollen sie nun auch am Samstag von 15 bis 18 Uhr eine Mitmach-Aktion anbieten. Die Arbeit geht den Freiwilligen nicht so schnell aus. Schließlich wollen noch 8000 heimische Blühpflanzen gepflanzt und 50 Kilogramm Saatgut aus der Region ausgebracht werden, sagt Pickel.

Tümpel angelegt

Bisher haben Pickel, Propp, Wagner und Co. 480 Tonnen Sand und 60 Tonnen Kalkschotter auf dem Gelände verteilt, eine Totholzhecke gebaut, eine Obstbaumwiese und zwei Tümpel angelegt.

Noch im Entstehen ist eines der Lieblingsprojekte von Thomas Pickel: eine Moosschlucht. Dazu wurde eine Trockensteinmauer errichtet, die im Grundwasser steht und auf deren feuchten Steinen sich im Laufe der Zeit verschiedene Moose ansiedeln sollen.

Obwohl noch nicht fertiggestellt, hätten sich auch schon die ersten Bewohner eingestellt, sagt Pickel. Im Tümpel schwimme bereits der erste Frosch. Mehrere Rebhühner halten sich auf dem Gelände auf und eine seltene Sandschrecke und eine Dorngrasmücke seien schon gesichtet worden.

In Zukunft sollen auch viele Insektenarten, Eidechsen, Schlangen und seltene Vögel die entsprechenden Habitate besiedeln.


Info: Die Naturgärtner benötigen dringend Schubkarren, Spitzhacken und Gartenscheren.

Neue Bewohner in der Wilhelminenaue

Rebhühner, Eisvogel, Flussregenpfeifer, Pirol, Graugänse und weitere Vogelarten haben sich während, besonders aber nach der Landesgartenschau in der renaturierten Wilhelminenaue niedergelassen. Dort sei ein wahres Naturparadies entstanden, sagt Robert Pfeifer, Leiter des zuständigen Stadtgartenamtes.

Auch neue Pflanzenarten seien dazu gekommen, darunter eine seltene Minzenart.

Verbessert habe sich mittlerweile die Wasserqualität des Auensees. „Das Gewässer benötigt Zeit, bis sich das Gleichgewicht eingestellt hat“, sagt Pfeifer. Es sei nun fast algenfrei und klar.

Auch zahlreiche Rastvögel würden die Wilhelminenaue nutzen, die für den Vogelzug mittlerweile eine „Trittsteinfunktion“ einnehme.

 

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