Museum34 „Auerbacher Schulgeschichte“ ab 21. März zu sehen

Nach einer krankheitsbedingten Pause geht es im Museum34 in Auerbach wieder richtig los. Eine neue Sonderausstellung steht auch schon in den Startlöchern.

Die Stadtarchivarin Doris Bundscherer freut sich: Alle 27 Bände der Köstlerchronik sind mittlerweile in Reinschrift übertragen. Foto:  

AUERBACH. Marion Ringl, Leiterin des Museum34, nannte bei der Jahresversammlung im Bürgerhaus Auerbach bereits einen konkreten Termin für die Vernissage: Am 21. März werden die „Auerbacher Schulgeschichten“ Einzug ins Museum halten. Ein ausführlicher Streifzug durch die Geschichte wird umrahmt von Klassenfotos, Zeugnissen, alten Aufnahmen der Schulhäuser, Schulordnungen. Die Besucher betreten ein Klassenzimmer von 1920 und werden zurückversetzt in die Zeit, als es noch keine neun Schuljahre gab, Buben und Mädchen streng getrennt voneinander unterrichtet wurden, ein Klassenraum alle Jahrgangsstufen beherbergte und der Rohrstock noch geschwungen wurde. Dank Rudi Weber wird es eine „Schulgeschichte to go“ im Handformat geben. Es gibt genug geschichtlichen Hintergrund, so Ringl in ihren Ausführungen, denn allein Joseph Köstler hat in fünf von 27 Bänden der heimischen Schulgeschichte Raum geboten.

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Der Vorsitzende des Fördervereins Museum34, Joachim Neuß, begrüßte 17 Mitglieder. Aktuell gehören dem Verein 30 Mitglieder an. Der Betrieb der beiden Museen war aufgrund der Erkrankung der Museumsleiterin Marion Ringl sieben Monate lang nur eingeschränkt möglich. Sowohl Lodes-Museum als auch Museum34 waren an vier verkaufsoffenen Marktsonntagen und beim „Sommer in der Stadt“ geöffnet. Es gab zahlreiche Führungen durch Marion Ringl, Jürgen Steibl und Richard Götz. Knapp 1000 Besucher interessierten sich für die Ausstellungen. Auch der Tag des offenen Denkmals im September 2024, an dem in Auerbach acht Denkmäler zu besichtigen waren, war für die Museen ein Erfolg.

Trotz der eingeschränkten Öffnungen ging die klassische Museums- und Archivarbeit im Hintergrund wie Sichtung, Sortierung, fachliche Begutachtung und exakte Archivierung weiter. Neuß lobte die akribische Archivierung und Dokumentation.

Im Erdgeschoss wurde der Anstrich der Wände durchgeführt. In der Bücherei, im Behinderten-WC und an der Außenwand mussten Maßnahmen aufgrund eines Wasserschadens des Nachbarn ergriffen werden. Außerdem war eine Rattenbekämpfung im Hinterhof und im Museumskeller nötig.

Auerbachs Keller in Leipzig feiert in diesem Jahr 500-jähriges Jubiläum. Die Versammlung war sich einig, dass dieses Datum auch seitens des Vereins gewürdigt werden sollte. Es ist außerdem geplant, wieder in den Rhythmus der zweimonatlichen Wechselexponate einzusteigen.

Marion Ringl gab einen kurzen Rückblick auf die Sonderausstellung „Unsere alten Meister“, die dem traditionellen Handwerk gewidmet war. Durch viele Leihgeber und Schenker war eine Ausstellung „von Bürgern für Bürger“ entstanden, bei der Anfassen erlaubt war.

Die aktuelle 20. Ausstellung „Perspektive Auerbach“ ist eine reine Gemälde- beziehungsweise Kunstausstellung. Die, mit einer Ausnahme, rund 50 Werke aus dem Eigenbestand der Stadt zeigen typische Altstadtansichten, anhand derer nachvollziehbar ist, wie sich Auerbach in den letzten 100 Jahren verändert hat und was noch heute das Stadtbild prägt.

Sterbebilder

Durch einen Besucher wurde die Archivarin auf den Bayerischen Landesverein für Familienkunde aufmerksam gemacht. Der Verein sammelt und scannt Sterbebilder und veröffentlicht sie auf seiner Internetseite. Mit dessen Hilfe konnten insgesamt 6334 Sterbebilder für das Auerbacher Archiv digitalisiert werden.

Einen besonderen Schatz erhielt das Archiv aus dem Nachlass des ehemaligen Vilsecker Lehrers Eugen Hierold. Dieser hatte nach seiner Pensionierung über mehrere Oberpfälzer Orte geforscht und unter anderem auch über Michelfeld eine dreibändige Häusergeschichte mit weit über 2000 Seiten erstellt. Alle 27 Bände der Köstlerchronik sind mittlerweile in Reinschrift übertragen, freute sich Doris Bundscherer. Ihr Dank galt hier insbesondere den ehrenamtlichen Übersetzern Manfred Döbereiner, Richard Haberberger und Michael Suttner.

Jürgen Steibl jetzt Kassier

Über ein Plus in der Kasse berichtete der kommissarische Schatzmeister Jürgen Steibl, die Revisoren Herbert Appl und Edmund Goß bescheinigten ihm einwandfreie Kassenführung. Jürgen Steibl wurde einstimmig als Kassier gewählt.

Laut Neuß verfügt das Lodes-Museum nur noch über neun Bücher von Rudolf Lodes. Die Versammlung beschloss deshalb, den Verkauf der Bücher ab sofort einzustellen und den Restbestand zu archivieren. Die Einhausung des Stadtmodells im Lodes-Museum ist für das Jahr 2025 geplant, damit es weiterhin gut sichtbar und weitgehend vor Staub geschützt bleibt.