Rund 300 Millionen Euro Umsatz hat Motor Nützel im Ende September beendeten Geschäftsjahr 2018/19 gemacht. Das sind rund 50 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Wobei rund 30 Millionen davon aus der Übernahme der Standorte der Enslein & Schönberger GmbH in der Oberpfalz vor gut einem Jahr resultieren, von der Nützel demnächst auch die restlichen 20 Prozent übernehmen wird.

Damit haben die Erlöse angesichts der Planungen eine Punktlandung hingelegt. Das zu erreichen, war allerdings ein Kraftakt, sagt Sonntag. Der Hauptgrund: WLTP. So heißt das neue und strengere Abgasprüfverfahren, das vor allem VW ziemlich ins Schleudern gebracht hat, weil der Konzern viele Modelle nicht rechtzeitig zertifiziert bekam. „Bei VW, vor allem aber bei Audi hatten wir im Neuwagengeschäft zeitweise Einbußen von bis zu 20 Prozent“, sagt Sonntag.

13.000 Fahrzeuge verkauft

Das sei allerdings mit einem starken Gebrauchtwagengeschäft, in das vor allem Privatkunden ihre Käufe verlagert hätten, aufgefangen worden. Insgesamt verkaufte die Gruppe, die 960 Mitarbeiter hat, so rund 13.000 Fahrzeuge – je zur Hälfte neue und gebrauchte. Allerdings: Das knabberte zusammen mit allgemeinen Kostensteigerungen, vor allem aber verstärkter Werbung und Rabattaktionen am Gewinn. Der fiel niedriger aus als im Jahr zuvor und lag laut Sonntag im einstelligen Millionenbereich.

Eine der Herausforderungen der näheren Zukunft ist die E-Mobilität, die bei den Händlern erst mal Kosten verursacht. Allein 750.000 Euro habe es gekostet, alle Audi-Standorte mit Ladestationen auszustatten. Für die anderen Standorte komme im laufenden Jahr mindestens die gleiche Summe hinzu. Außerdem müssten Mitarbeiter speziell geschult werden

Und, wird die E-Mobilität überhaupt zünden? Sonntag ist davon überzeugt, auch weil sich der VW-Konzern jetzt mit einer Vielzahl an Modellen auch im Volumensegment gut aufstelle. „Allerdings wird die Anlaufkurve bei uns im ländlichen Raum wohl flacher ausfallen als in den Metropolen“, sagt Sonntag. Verstärktes Interesse der Kunden sei allerdings mittlerweile durchaus zu spüren.

Umsatz halten, Gewinn steigern

Für das seit Oktober laufende neue Geschäftsjahr hat sich Sonntag vorgenommen, den Umsatz zu halten und den Gewinn wieder zu steigern. Dafür müsse man sich auch die Kosten anschauen. Angelaufen sei das Jahr jedenfalls schon mal besser als das letzte.

Sind weitere Übernahmen geplant? „Wenn man etwas angeboten bekommt, muss an sich das anschauen“, sagt Sonntag, der von einer weiteren Konsolidierung der Branche ausgeht. Um die nötigen Investitionen stemmen und Vorgaben der Hersteller erfüllen zu können, brauche man einfach eine gewisse Größe: „Und die haben wir.“