Damit gilt für die erste Herren-Mannschaft von Haspo Bayreuth nun dasselbe wie für alle anderen Teams im Verein, die unter dem Dach des Bayerischen Handball-Verbands (BHV) aktiv sind: Der nächste Spieltag ist erst am 9./10. Januar vorgesehen.

Am Abend vor der Entscheidung hatte die DHB-Führung ein Meinungsbild der betroffenen 131 Drittliga-Klubs eingeholt (72 bei den Männern, 59 bei den Frauen). „Etwa die Hälfte dürfte den Spielbetrieb auch ohne Zuschauer nicht aufnehmen“, erklärt der Verband in seiner Mitteilung. Zudem ergebe sich „ein heterogenes Bild“ in Bezug auf die Einordnung der 3. Liga als Amateur- oder Profisport.

„Wir verstehen die Nöte vor Ort“, wird der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober zitiert. Dabei lässt er auch schon durchblicken, dass eine Fortsetzung der Saison wohl nur mit verändertem Modus möglich sein wird: „Wir müssen mit Blick auf die Gesundheit aller immer verantwortungsvoll handeln, aber auch weiter mutig das Mögliche planen – mit der Bereitschaft, sehr flexibel zu reagieren.“

Bei Haspo Bayreuth wurde die Entscheidung positiv aufgenommen. „Das erscheint mir in der aktuellen Situation vernünftig“, sagt Trainer Mathias Bracher, der selbst an der Videokonferenz teilgenommen hat. „Ich finde auch den Versuch des Verbands lobenswert, die Vereine einzubeziehen.“ Im Vorfeld habe man seine Meinung in einem Fragebogen äußern können.

Ob Haspo den erst in dieser Woche wieder aufgenommenen Trainingsbetrieb fortsetzt, sei noch nicht entschieden. „Bei uns geht so etwas sehr demokratisch zu. Der Vorstand gibt uns Rückendeckung, um das mit dem Spielerrat zu besprechen.“ Er gehe davon aus, dass man noch einmal pausiere und sich ab Ende November auf den Neustart vorbereiten werde.

Wie es dann weitergeht, wird natürlich gleich die nächste Frage sein. „Zunächst soll die Vorrunde zu Ende gespielt werden, das könnte bis Ende April klappen – falls nicht wieder etwas dazwischen kommt“, erklärt Bracher die Pläne. Danach sei eine Teilung der Liga in Auf- und Abstiegsrunde ebenso denkbar, wie ein sofortiger Abschluss der Saison mit den Entscheidungen über Auf- und Abstieg anhand dieses Tabellenstands: „Dann hätte eben jeder Pech gehabt, der ein Heimspiel weniger hatte.“ Kein Thema mehr sei dagegen der Vorschlag der HSG Krefeld, jede der vier Drittliga-Staffeln in zwei Neuner-Gruppen zu teilen (wir berichteten): „Das hätte einen Neubeginn bedeutet, und man wollte die schon erzielten Ergebnisse nicht unter den Tisch fallen lassen.“

Zustimmung auch im Spielerrat

Bei allem Bewegungsdrang: Auch im Haspo-Spielerrat wird die Verlängerung der Pause begrüßt. „Das ist aus meiner Sicht alternativlos“, sagt David Schreibelmayer. „Die dritte Liga besteht nun mal zum Großteil aus Amateuren. Zwar sind wir wahrscheinlich die einzigen, die kein Geld bekommen, aber es gibt sicherlich auch sehr, sehr viele Spieler, die auf Minijob-Basis angestellt sind und gleichzeitig studieren oder arbeiten müssen.“ Diesen hauptsächlichen Lebensinhalt dürfe man nicht gefährden: „Kein Arbeitgeber macht es lange mit wenn ein Spieler, also Mitarbeiter, ständig in Quarantäne muss.“ Schreibelmayer ist sogar nicht einmal sicher, dass es überhaupt gelingt, einen Spielbetrieb im Januar wieder zu starten: „Hygienekonzepte mit regelmäßigen Tests hin oder her, am Ende setzen wir unsere und die Gesundheit unserer Familie und Freunde aufs Spiel.“