Modellbahn-Ausstellung Lokale Geschichte in vollen Zügen genießen

Der Modelleisenbahn-Club Bayreuth will diesmal Corona ein Schnippchen schlagen: Nachdem zwei Weihnachts-Ausstellungen komplett ausgefallen sind, gibt es die drei Ausstellungs-Wochenenden am 9., 16. und 23. Oktober. Mit besonderen Neuerungen.

Zwei Mal hat es sie voll erwischt: Zwei Mal haben sie wegen Corona und explodierenden Inzidenzen das Stopp-Signal gesehen. Das geht langsam an die Existenz, sagen Michael Hübner und Wolfgang Rätzer, das Führungs-Duo des Bayreuther Modelleisenbahn-Clubs. Denn der Wegfall der jeweils drei Weihnachts-Ausstellungen des Clubs hat ihnen einen herben Einnahme-Verlust beschert. 2016 sind die Modelleisenbahner ins Kaufland-Gebäude im Industriegebiet umgezogen, 2017 gab es die erste Weihnachts-Ausstellungen „mit rund 800 Besuchern. Bis 2019 hatten wir schon rund 1500 Besucher“, sagt Hübner.

Jeweils 6000 Euro Verlust

2020 und 2021 war alles vorbereitet – aber in voller Fahrt musste gestoppt werden. Mit Verlusten von rund 6000 Euro. Pro Jahr. „Für einen so kleinen Verein kaum aufzufangen.“ Jetzt haben die Modellbahner umgesattelt, denn die nächsten Verschärfungen der Corona-Regeln kündigen sich ja schon an: „Wir wollten nicht wieder ins gleiche Problem reinlaufen, dann dann wird es echt existenziell“, sagt Hübner. Deshalb wird es jetzt schon am 9., 16. und 23. Oktober, immer von 10 bis 18 Uhr, die vorgezogene Weihnachts-Ausstellung geben, „damit sich die Besucher Anregungen fürs Fest holen können“, wie Hübner mit einem Lächeln sagt.

Eisenbahn liegt im Trend

Modelleisenbahn liegt im Trend, das habe die Corona-Zeit sogar noch gesteigert, unterstreicht Rätzer. „Die Leute wollen Eisenbahn bauen, spielen, betreuen. Die Leidenschaft hat zugenommen, ganz klar.“ Glücklicherweise haben die Freunde und die Mitglieder dem Verein die Stange gehalten, bei den Mitgliedern habe man sogar ordentlich zulegen können „von 50 auf knapp 80“, sagt der stellvertretende Vorsitzende. „Das war wirklich überraschend.“ Und: Die Mischung stimmt: Die Jungen sind dabei geblieben, bringen hohes Technik-Verständnis mit – und unterstützen die doch noch etwas analoger angehauchten älteren Mitglieder mit Wissen und praktischer Anleitung.

Anlagen wurden deutlich ausgebaut

Positiver Nebeneffekt der Pandemie – wenn man in dem Zusammenhang von positiv sprechen kann: Die Mitglieder hatten Zeit, die Anlagen auszubauen. Nicht nur die Spur 1, „die Königsspur“, wie Hübner stolz sagt, konnte die rund 45 Meter lange Anlage deutlich erweitert und im Detail verfeinert werden, auch bei einem Thema, mit dem man die Leute besonders gut packen und begeistern kann, ist fleißig weitergebaut worden: An der Lokalbahn von Bayreuth nach Thurnau. „In Heinersreuth sind wir schon“, sagt Rudolf Pensel, der unter anderem an der Anlage mit viel Liebe zum Detail baut. In Vorbereitung: Ein besonderes Stück lokaler Geschichte. „Das alte Gaswerk aus der Zeit um 1960 mit den großen Gas-Speichern“, sagt Hübner. „Solche authentischen Sachen gefallen den Leuten doch“, sagt Rätzer.

USA als neues Kapitel

Ein ganz anderes Kapitel – Eisenbahn in groß – schlägt Werner Hampl auf: Er beleuchtet Amerika und seine Bahn-Anlagen. Auch seine Anlagen kann man an den Wochenenden in vollen Zügen genießen.

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