Vier Verletzte Gasaustritt in Rewe-Markt in Waischenfeld

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WAISCHENFELD.  Im Bereich der Metzgerei des Rewe-Marktes kam es am Donnerstagabend gegen 19 Uhr zu einem Gasaustritt - was ein Großaufgebot der Rettungskräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Malteser-Hilfsdienst auf den Plan rief. Der komplette Markt wurde geschlossen, vier Angestellte erlitten leichte Verletzungen, Frau, die in der Metzgerei-Filiale tätig ist, wurde vorsorglich mit Verdacht auf Gasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.  

Freitagnachmittag nahmen Experten die Untersuchungen auf. Um welches Gas es sich handelt und wie es zu dem Gasaustritt kommen konnte, war am Abend noch unklar. Der Markt sei allerdings wieder von den Behörden freigegeben worden und werde am Samstag geöffnet sein, teilte die Pressestelle der Rewe-Zentrale mit. Die am stärksten betroffene Mitarbeiterin bleibe vorerst noch in der Klinik.

Freitagmorgen, kurz vor 9 Uhr. Es regnet gerade mal nicht. Kühl-feuchte Luft, unangenehm irgendwie. Und alles andere als weihnachtlich. Auf dem Rewe-Parkplatz stehen so um die zehn Fahrzeuge. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Nur im Getränkemarkt tummeln sich einige Kunden. Auskunft zum Geschehen vom Vorabend gibt es nicht – „wir dürfen nichts sagen, das ist ausschließlich Sache der Rewe-Zentrale“, heißt es.

Draußen schiebt gerade eine ältere Dame ihren Einkaufsmarkt zum Rewe-Haupteingang. Wundert sich, dass sie vor verschlossenen Türen steht. Der Kurier klärt sie auf. „Jetzt bin extra aus dem Ahorntal rüber gefahren. Na, dann muss ich wohl woanders hin“, sagt sie und zieht unverrichteter Dinge von dannen. Wie auch eine junge Mutter, die ihren Nachwuchs in einem bunten Kindereinkaufswagen eingepackt hat – und ihn jetzt wieder auspacken darf.

Aus dem Getränkemarkt kommt Gerd Hofmann, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Ahorntal. „Was ist denn los?“, fragt er. Wieder kann der Kurier weiterhelfen. Hofmann hat sich mit Getränken für die Feiertage eindeckt, ehe der Jahresabschlussgottesdienst für seinen Sohn ansteht. „Oh, da bin ich aber gespannt, was da rauskommt“, so Hofmann.

Das weiß Harald Düplois, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Pegnitz, zur Mittagszeit auch noch nicht: „Wir müssen die Ursache ermitteln, müssen uns dafür aber natürlich Fachleute ins Boot holen.“ Fündig wurde die Polizei beim TÜV Süd, der am Nachmittag anrückte. Es gab Vorboten für das, was da am Donnerstagabend geschah, so Düplois: „In letzter Zeit haben wohl immer wieder Mitarbeiter über unerklärliche Kopfschmerzen geklagt.“ Handelt es sich um Gas aus der Heizung? Ist Kühlflüssigkeit ausgetreten? „Alles ist denkbar, wir wissen es momentan nicht.“

Neben BRK und ASB waren am Donnerstagabend 50 Feuerwehraktive im Einsatz. Behandelt werden mussten vier Angestellte des Marktes: „Drei wurden ambulant versorgt, eine Frau wurde vorsorglich zur Beobachtung in ein Bayreuther Krankenhaus gebracht, aber wir reden hier nur von leichten Verletzungen“, sagt Düplois.

Auch Bürgermeister Edmund Pirkelmann hatte sich bereits am Donnerstagabend ein Bild von der Lage gemacht. Seine Vermutung: Der Schadstoffaustritt könnte etwas mit dem kürzlich erfolgten Umbau des Marktes zu tun haben – „man weiß ja, welcher Zeitdruck im Moment auf dem Bau herrscht“.

Dies konnte die Pegnitzer Polizei so nicht bestätigen: „Wir wissen nicht genau, wann die ersten Beschwerden bei Mitarbeitern auftraten.“

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