Mistelbach Netzausbau startet in drei Jahren

Nachdem die Ortsumgehung endgültig aufgegeben wurde, soll nun die Ortsdurchfahrt on Mistelbach verbessert werden. Foto: Archiv/Ralf Münch/Ralf Münch

In der Gemeinde Mistelbach scheinen die Bürgerinnen und Bürger zufrieden zu sein. Darauf lässt die geringe Zuhörerzahl bei der Bürgerversammlung schließen. Tatsächlich verkündete Bürgermeister Matthias Mann viel frohe Kunde.

Glücklich, wer in Mistelbach wohnt. Die Gemeinde hat keine Schulden, aber ein beachtliches Rücklagenkonto und kann entsprechend großzügig investieren. „Die Gemeinde Mistelbach ist schuldenfrei und steht finanziell auf grundsoliden Füßen“, betonte Bürgermeister Matthias Mann in der Bürgerversammlung am Freitagabend vor 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Dickes Polster

Auf rund 3,2 Millionen Euro bezifferte Mann die Rücklage der Gemeinde mit ihren 1529 Einwohnern. Ein dickes finanzielles Polster, das die Gemeinde für zahlreiche Investitionen nutzt. Zum Beispiel für die Grundschule. 33.700 Euro wurden in die weitere digitale Ausstattung investiert, 67.000 Euro in ein neues Dach. Für die Installation einer Photovoltaikanlage, die in Eigenregie erfolgt, nachdem eine Ausschreibung gescheitert sei, so Mann, wurden Teile für 24.300 Euro gekauft.

Neues Dach und Räume saniert

Als größten Posten im Verwaltungshaushalt bezeichnete Mann die Aufwendungen für Kindergarten und Kinderkrippe. Den ungedeckten Eigenanteil bezifferte er auf rund 227.000 Euro. Weitere 12.500 Euro wurden in die Sanierung zweier Gruppenräume investiert. Auch wenn sie, wie Mann betonte, „aktuell problemlos funktioniert“, wurde 2022 eine stattliche Summe für die gemeindliche Wasserversorgung ausgegeben. Die Kosten für den im Frühjahr vergebenen Auftrag für die Instandsetzung von Streckenschiebern und Hausanschlüssen belaufen sich auf rund 192.000 Euro, 77.000 Euro wurden bislang abgerechnet. Und noch eine gute Nachricht bezüglich der Versorgungssicherheit: Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass weder Tiefbrunnen noch Wasseraufbereitung durch Überflutungen gefährdet sind. Selbst ein tausendjähriges Hochwasser stelle keine Gefahr dar.

Urnengrabanlage geschaffen

Einen sechsstelligen Betrag hat die Gemeinde in ihren Friedhof investiert und damit unter anderem eine neue Urnengrabanlage (diese Zeitung berichtete) anlegen lassen. Zusammen mit neuen Müllsammelstellen und Schöpfbecken summierte sich die Summe auf rund 140.000 Euro. Deutlich günstiger kommt die abgeschlossene Umstellung der Straßenleuchten auf LED entlang der Pottensteiner und der Bayreuther Straße. Die Schlussrechnung fehle noch, sagte Mann, das Angebot belief sich auf 21.400 Euro. Neue Spielgeräte auf- und alte abgebaut: Rund 17.200 Euro investierte die Gemeinde in die Ausstattung des Spielplatzes an der Timesstraße.

Ortsumgehung ist vom Tisch

Eine alle anderen übertreffende Investition ist hingegen in diesem Jahr, genauer in der Juni-Sitzung des Gemeinderates, von der Liste gestrichen worden. Die Rede ist von der geplanten Ortsumgehung von Mistelbach. Vom Staatlichen Bauamt veranlasste Untersuchungen hatten ergeben, dass der Rutschhang an der Steigung im Wohngebiet Kirchröthe nur durch den Einbau von Großbohrpfählen stabilisiert werden könne. Dabei würde das Wasserschutzgebiet der Nachbargemeinde Eckersdorf tangiert. Konsequenz für Mistelbach: Es wäre mit einer deutlichen Zunahme der Kosten zu rechnen gewesen. Statt der Umgehung soll nun untersucht werden, mit welchen Mitteln die Ortsdurchfahrt verbessert werden kann. Ob dazu eine Verlängerung der Tempo-30-Zone gehört, wie sie ein Zuhörer anregte, scheint fraglich. „Wir können das gerne probieren“, sagte Mann. Die Entscheidung liege jedoch beim Staatlichen Bauamt.

Schnelleres Internet

Fortsetzen will die Gemeinde im kommenden Jahr die Ortskernsanierung im Rahmen der Städtebauförderung, berichtete Mann. Zumindest die Planung für den Bereich Pfarrgasse/Am Berg und den Treppenanlagen und Freiflächen am Hirtenstein. Die förderfähigen Kosten gab der Bürgermeister mit 800.000 Euro an, den Eigenanteil der Gemeinde auf rund 320.000 Euro. Deutlich günstiger kommt der Gemeinde der Ausbau des Glasfasernetzes. Nach längerer Diskussion hatte der Gemeinderat beschlossen, das Betreibermodell anzuwenden. Die Gemeinde wäre damit Eigentümer des Netzes gewesen und hätte es an den Provider verpachtet. Im Zuge der Ausschreibung habe ein Tochterunternehmen der Telekom einen eigenwirtschaftlichen Ausbau angemeldet, berichtete Mann. Die Maßnahme soll 2025 erfolgen. Der Anschluss von 685 Haushalten – ausgenommen sind der Ortsteil Heide und das Gewerbegebiet West – „kostet die Gemeinden keinen Cent“, so der Bürgermeister.

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