Die Emissionen in Bayreuth würden in der Gesamtschau zwar nur einen „marginalen Teil“ ausmachen beim Klimawandel, ihren Beitrag wolle die CSU-Stadt aber trotzdem dazu leisten, sagte Stefan Specht eingangs. Denn der lokale Klimaschutz gewinne immer mehr an Bedeutung. Anlass sei vor allem der Bericht von Christoph Thomas in der letzten Stadtratssitzung gewesen. Der ist Experte für Meteorologie an der Universität Bayreuth.

Schwerpunkt der Politik der CSU in Bayreuth soll es künftig sein, die Stadt zu einer Klima-City umzuwandeln. Was das bedeutet? „Bei allen anstehenden Entscheidungen sollen verstärkt Klimaaspekte berücksichtigt werden“, erklärte Specht. Es geht beispielsweise um die Re-Naturierung des Roten Mains, die "keine Erfindung der BG ist."

Launert Fan von E-Rollern

"Viele Probleme können nämlich vor Ort gelöst werden, dann muss Berlin nicht mit dem Verbotshammer kommen“, sagte Bundestagsabgeordnete Silke Launert. Sie machte aber klar: „Wir wollen niemandem sein Auto verbieten.“ Der Umstieg auf das Fahrrad sei wichtig, dies sei aber nur ein Teilaspekt des Klimaschutzes. Sie erlebe vor allem in Berlin „ein Gegeneinander von Rad- und Autofahrern.“ Ihr gehe es aber um ein Miteinander. Dafür müssen Wege ausgebaut werden.

Silke Launert sei "ein bekennender Fan des E-Rollers“, vor allem in Berlin habe sie positive Erfahrungen gemacht damit. Sie merkt vor allem den sozialen Aspekt an. „Nicht jeder kann sich ein Auto mit den ganzen Folgekosten leisten.“ Aber: „Natürlich muss die Sicherheit gewährleistet sein.“ Zu einer "Scooter-Stadt" wolle Bayreuth aber nicht werden. Silke Launert lacht. "Wir sind für Vielfalt", sagte Launert. "Wir wollen nicht belehren, sondern wir wollen Rahmenbedingungen für eine Auswahl bieten."

"Die Verkehrsteilnehmer müssen lernen, mit diesen neuen Verkehrsmitteln umzugehen", sagte Michael Hohl. "Es ist die Aufgabe der Stadt, die Infrastruktur hierfür zu schaffen."

Weltweites Umdenken

In Bayreuth gebe es eine positive Ausgangslage, sagte Bürgermeister Thomas Ebersberger. 146 verschiedene Vogelarten würden im Ökologisch-Botanischen Garten, im Röhrensee und im Lindenhof nisten. Ihn ärgere es insbesondere, das der Trend zu Steingärten und Mährobotern gehe, da somit die Insekten keinen natürlichen Lebensraum finden. „Es kann nicht sein, dass man Bienen unterstützt, aber im Privaten kaum etwas dafür tut.“ Er plädiert für "intelligente wissenschaftliche Unterstützung“, um das "positive Lebensumfeld zu erhalten." Er denke dabei beispielsweise an die Universität Bayreuth. Damit die Umweltverschmutzung abnimmt, müsse aber weltweit ein Umdenken stattfinden, sagte Bürgermeister Thomas Ebersberger.

Hausaufgaben sind gemacht

„In unserem Parteiprogramm geht es unter anderem um die Wahrung der Schöpfung. Darum machen wir uns darüber laufend Gedanken“, erklärte Michael Hohl. „Die Hausaufgaben sind gemacht.“ Das Projekt der Re-Naturierung des Roten Mains könne nun begonnen werden. Eine klimafreundliche Stadt zu werden, sei aber ein komplexes Thema. Ressortübergreifend müsse ein Klimakonzept Bayreuth erarbeitet werden. „Das ist noch nicht passiert.“ Er denkt dabei an ein sogenanntes Pocket-Park Programm für die Innenstadt. Pocket Parks seien kleine Grünflächen in Wohngebieten. Dieses Konzept müsse über die gesamte Stadt gelegt werden, damit sie flächendeckend eine Kühlung bringen.

Stefan Specht fände vor allem "ein Sharing-System" interessant. "Beizeiten wird es darum gehen, sich Gedanken darüber zu machen, wie man die Infrastruktur dafür vorbereitet." 

Einen Klimanotstand wolle die CSU in Bayreuth aber auf gar keinen Fall ausrufen, wie es in Bamberg oder Creußen schon geschehen ist - sondern genau im Gegenteil, früh ansetzen bei diesem Thema. Thomas Ebersberger macht aber klar: "Wenn was neu gebaut wird, muss überprüft werden: Wie klimaschädlich ist das?"