Bei einem Angriff islamistischer Talibankämpfer auf eine Schule in Pakistan sind mindestens 126 Menschen getötet worden. Mehr als 100 weitere wurden bei dem Überfall in der Millionenstadt Peshawar verletzt, wie am Dienstag die Regionalregierung der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa berichtete. Die Opfer waren zumeist Kinder und Jugendliche. Die Extremisten hielten in der vom Militär betriebenen Schule laut Polizei insgesamt 500 Schüler und Lehrer als Geiseln in ihrer Gewalt.
Mindestens drei der sechs oder sieben Attentäter wurden bei Gefechten mit Sicherheitskräften getötet, die in die Army Public School & College vordringen wollten. In dem Gebäude waren Explosionen zu hören, die Gefechte am Nachmittag (Ortszeit) noch an. Die Geiselnehmer hielten die Jugendlichen in einem Auditorium gefangen.
Die pakistanischen Taliban übernahmen die Verantwortung. Sie nannten die Geiselnahme einen Racheakt für eine Offensive des Militärs in den Stammesgebieten im nordwestlichen Grenzgebiet zu Afghanistan. Die Armee geht dort seit Monaten gegen radikalislamische Gruppen wie die Taliban oder das Terrornetz Al-Kaida vor. Schulen werden in Pakistan immer wieder zu einer Zielscheibe für die Extremisten.
«In der Schule finden intensive Feuergefechte statt», sagte der Regierungschef der Provinz, Pervaiz Khattak. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Soldaten Schüler und Schülerinnen in Sicherheit brachten. Kinder in ihren Schuluniformen mit grünen Pullovern über der traditionellen Kleidung rannten verängstigt ins Freie.
Auch mindestens eine Lehrerin ist den Behörden zufolge unter den Toten. Verletzte Schüler wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die Opferzahl könnte steigen, mehrere Dutzend Kinder haben Schussverletzungen, ihr Gesundheitszustand ist kritisch.
Die Schule wird von mehr als 1000 Schülern besucht und bietet Unterricht für Altersstufen von Kindergärtnern bis zur Oberschule. Die Armee betreibt mehr als 120 dieser Schulen in ganz Pakistan. Sie sind bei Eltern aufgrund ihrer hohen Bildungsstandards beliebt.dpa