Oberfranken nennt sich zu Recht Genussregion angesichts der Vielzahl von Metzgereien, Bäckereien und auch Brauereien, die mit einem abwechslungsreichen Angebot und mit Qualität punkten, die schmeckt. Jeder Oberfranke, den das Leben in einen anderen Landstrich verschlagen hat, weiß davon ein Lied zu singen: Beim Heimatbesuch gehören Hamsterkäufe dazu. Doch die Vielfalt ist in Gefahr: Jahr für Jahr verschwinden von der Genusslandkarte in Oberfranken im Schnitt zehn Metzgereien. Das liegt nicht nur an veränderten Ernährungsgewohnheiten. Eines der größten Probleme ist – schon allein angesichts der geburtenschwachen Jahrgänge – der fehlende Nachfolger. Wer sagt, das müssen die jetzigen Chefs gefälligst selbst lösen, denkt nicht weit genug. In so manchen Fällen wäre die Lust, in den Betrieb der Eltern einzusteigen größer, wenn die Rahmenbedingungen nicht so zermürbend wären: Hohe Rohstoffpreise, Teuer-Energie, Bürokratie-Wahn und die scharfe Konkurrenz der Supermärkte fressen die Gewinne auf.