Stuttgart - Eine Show in einem Autohaus für die Präsentation eines neuen, edlen Modells ist bunter. Aufregender. Peppiger. Die Vorstellung des Mercedes mit der Bezeichnung AMG F1 W12 E Performance ist eine weltmeisterliche Leistung an Nüchternheit. In einer penibel reinen Umgebung auf blütenweißem Boden und vor einem weiß-schwarzen Sideboard in U-Form ruht der neue Wagen des Rennstalles der Daimler AG. Niemand hat das Fahrzeug mit majestätischen Gesten enthüllt, es steht einfach sichtbar da, als die Kameras eingeschaltet werden. Die Präsentation ist ein rein virtueller Akt im Internet, ohne Reporter, ohne Sponsoren, ohne Freunde der Daimler AG – deshalb gruppieren sich, in sicherem Coronaabstand, der jeden strengen Virologen zufriedengestellt hätte, lediglich der Mercedes-Moderator sowie die fahrenden Angestellten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas um den Stargast. Sie beantworten brav die Fragen, geben Einschätzungen für die kommende Formel-1-Saison, die am 28. März in Bahrain startet, sie machen eine gute Figur. „Es ist verrückt“, sagt Lewis Hamilton, „jetzt gehe ich in mein 15. Jahr in der Formel 1, und es wird meine neunte Saison bei Mercedes.“