Denn es geht um den Ruf der deutschen Wirtschaft, deren Erfolg auf Qualität und Zuverlässigkeit basiert. Sogar die Spitzen der Industrie verlieren langsam die Geduld mit ihren Auto-Kollegen. BDI-Präsident Dieter Kempf wurde sehr deutlich: "Wer Fehler gemacht hat, sollte sie benennen, sich entschuldigen und sie abstellen." Derweil setzt Zetsche noch auf die technologische Lücke, will nachweisen, dass die Abschalteinrichtungen seines Hauses eben nicht unzulässig sind und dies eventuell gerichtlich klären lassen. Das ändert nichts daran, dass die deutsche Vorzeigebranche zum Problemfall geworden ist. Noch laufen die Geschäfte blendend, aber neue Zollschranken können den Absatz schnell kippen lassen. Und beim Umstieg aufs Elektroauto, dessen Kern die Batterie ist, sind die Deutschen bislang außen vor. Klar, aufholen kann man immer, aber dazu braucht es Stärke und Vertrauen. Der Diesel-Skandal, den bislang vor allem Volkswagen zu verantworten hat, was Audi-Chef Rupert Stadler gerade hautnah zu spüren bekommt, muss blitzsauber aufgearbeitet werden. Nur dann werden die deutschen Autobauer ihr Ansehen zurückgewinnen. Scheuers Ruf nach Zetsche war dringend nötig.