Wem das zweifelhafte Glück entging, im Krieg "süß und ehrenvoll fürs Vaterland zu sterben", der fand auch im Frieden ein "Feld der Ehre", wo dies gelang: beim Duell. Meist an zivilisationsfernen Schauplätzen wie Waldlichtungen verabredeten sich die Gegner, um Mann gegen Mann mit Hieb- oder Schusswaffen einander und dem Tod ins Auge zu blicken. Letal verliefen indes nicht alle derart ritualisierten Zweikämpfe. Mindestens fünf von ihnen will Rekordliebhaber Giacomo Casanova überlebt haben; so kam er 1766 bei Warschau mit einer Handverletzung davon. Andere Prominente hingegen ließen tatsächlich ihr Leben beim Ringen um die Ehr', der russische Poet Alexander Puschkin etwa oder Ferdinand Lasalle, Gründervater der deutschen Sozialdemokratie. "Gut angelegt, das Geld", freute sich Heinrich Heine, als in seiner Geldbörse der Schuss stecken blieb, den sein Beleidiger aus zwanzig Schritt Entfernung auf ihn abgefeuert hatte. Weit geringere Distanzen wählten Kombattanten, die es richtig ernst meinten: In der einen Hand hielt jeder einen Zipfel eines Mantels, wenn nicht gar eines Taschentuchs, um mit der anderen auf den Opponenten abzudrücken. Oder sie schossen so lang drauflos, bis sich auf der Gegenseite nichts mehr regte - so wie Doc Holliday und die Earp-Brüder es 1881 am O. K. Corral in Tombstone, Arizona, taten. Allerdings muss jene Variante als kinowirksame Sonderform des Duells gelten, dessen normierte Praxis noch bis zum 11. Dezember eine Ausstellung im Wehrgeschichtlichen Museum in Rastatt mit Bildern, Textzeugnissen und Waffen aus dem 18. und 19. Jahrhundert nachzeichnet. Für das wohl berühmteste Duell der deutschen Literatur zeichnet Theodor Fontane in seinem Roman um die arme "Effi Briest" verantwortlich. Aber auch der genannte italienische Frauenverschleißer kommt in der Dichtung vor, so bei Arthur Schnitzler: In dessen Novelle "Casanovas Heimfahrt" ficht er gealtert gegen einen Jüngeren, Schöneren buchstäblich ums nackte Leben - nackt.