Verkehrsminister Alexander Dobrindt scheint seine Aufgabe darin zu sehen, Werbebotschaften der Autoindustrie unter das Volk zu bringen. In fünf Jahren werde das vollautomatisierte Fahren, das gegenwärtig auf der Autobahn A 9 in Bayern getestet wird, für die Autofahrer selbstverständlich sein, sagt der Minister. Die Einführung des Roboterautos hält der CSU-Politiker sogar für ethisch geboten, weil mit vernetzten Fahrzeugen die Unfallzahlen sinken könnten. Das ist starker Tobak. Es ist zwar richtig, dass die Vernetzung des Verkehrs enorme Chancen bietet - auch für die Sicherheit. Dennoch sind viele Fragen noch nicht einmal ansatzweise beantwortet. Das beginnt bei technischen Herausforderungen, wie der Unfall eines Testwagens des US-Herstellers Tesla zeigt. Genauso wichtig sind aber ethische Fragen. Wollen wir wirklich, dass der Computer dem Fahrzeuglenker alle Entscheidungen abnimmt? Die Diskussion sollte nicht allein den Technikern überlassen werden.
Meinungen Schöne neue Autowelt
Redaktion 20.06.2017 - 20:42 Uhr