Jetzt muss es also auch noch eine eigene Partei sein. Wie in dieser Woche angekündigt, wird die von den freien Wählern geschasste Gabriele Pauli morgen im Münchner Hofbräukeller die "Freie Union" aus der Taufe heben. Bei allem Respekt für die frühere Fürther Landrätin, aber das klingt schon sehr nach einer weiteren bizarren Selbstinszenierung und der Fortsetzung des Selbstverwirklichungs-Tripps. Zumal die einstige CSU-Rebellin auf Fragen von Journalisten nach einem detaillierten Parteiprogramm eher dürftige Antworten gab. Unter dem Strich blieb an politischen Forderungen nicht recht viel mehr als die Ehe auf Zeit und die Vision einer Partei ohne Machtstrukturen. Es klang ein wenig nach "Friede, Freude, Eierkuchen". Hans Peter Friedrich hat derartige Gruppierungen in einer Bundestagsdebatte einmal "Klientel-Parteien" genannt. Er traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn Bündnisse wie die "Freie Union" bedienen gesellschaftliche Partikular-Interessen und sind nichts anderes als Lobbyisten. Um es in aller Härte zu formulieren: Paulis Partei ist überflüssig wie ein Kropf - niemand braucht sie.
Meinungen Paulis Partei - überflüssig wie ein Kropf
Redaktion 20.06.2009 - 00:00 Uhr