Man will es sich gar nicht mehr vorstellen: Mehr als 21 000 Menschen sind 1970 bei Verkehrsunfällen in Deutschland ums Leben gekommen. Seither hat sich viel getan: Pro Jahr gibt es "nur noch" zwischen 3000 und 4000 Verkehrstote - aber auch hinter diesen Zahlen stehen furchtbare Einzelschicksale. Jeder zweite Verkehrstote saß in einem Pkw, und jeder sechste war ein Motorradfahrer. In Schweden hat man schon vor 17 Jahren mit der "Vision Zero" reagiert. Das Ziel: keine durch Unfälle getötete oder schwer verletzte Verkehrsteilnehmer. Zunächst belächelt, ist die Initiative mittlerweile in Europa angenommen worden. Die EU-Kommission hat 2050 als das Jahr angesetzt, zu dem "nahezu niemand" mehr auf europäischen Straßen sterben soll. Fortschritte gab es vor allem dank Gurt, Airbag und festen Fahrgastzellen. ABS macht zudem Autos und Motorräder sicherer. Die Industrie ist längst dabei, die Fahrzeuge noch "intelligenter" zu machen. Elektronische Fahrerassistenzsysteme warnen vor Gefahren und greifen notfalls selbst ins Fahrgeschehen ein. Vor allem in den Städten mit den vielen Fußgängern und Radfahrern kann der Notbremsassistent Leben retten. Experten sagen, dass es durch die Entwicklung solcher Systeme möglich sein wird, etwa jeden zweiten Unfall zu vermeiden. Ein wesentlicher Beitrag zu mehr Sicherheit ist auch das anfangs umstrittene "begleitete Fahren ab 17". Die Praxis zeigt: Fahren lernt man am besten durch Fahren. Aber nicht, wenn man als Führerscheinneuling - von angetrunkenen Freunden aufgestachelt - von der Disco nach Hause rast, sondern tagsüber mit Vater oder Mutter auf dem Beifahrersitz.
Meinungen Null Verkehrstote
Redaktion 02.06.2014 - 00:00 Uhr