Die deutsche Finanzlage ist niederschmetternd: Vor 50 Jahren lag der Schuldenstand von Bund, Ländern und Gemeinden noch bei umgerechnet 28 Milliarden Euro. Heute sind daraus bereits mehr als 1500 Milliarden Euro geworden. Dass es so nicht weiter gehen kann, haben Politiker aller Couleur immer wieder feierlich versprochen und dann doch weiter munter Steuergeld ausgegeben. Umso erstaunlicher mutet es an, dass Bund und Länder ausgerechnet in der schlimmsten wirtschaftlichen Krise seit Bestehen der Bundesrepublik eine fundamentale Wende planen. Das ist mutig, sagen die einen. Völlig absurd, kontern die anderen. Die Wahrheit ist schlichter: Union und SPD suchen mit ihrer verabredeten Schuldenbremse einem weit verbreiten Unbehagen in der Bevölkerung zu begegnen. Um die Rezession zu zügeln und das Bankenwesen zu stabilisieren, wirft der Staat derart mit Milliarden um sich, dass es vielen Leuten regelrecht schwindlig wird. Ein Staatsbankrott galt bislang als völlig abwegig. Aber wer mag noch an alte Gewissheiten glauben?
Meinungen Langer Bremsweg
Stefan Vetter zur Schuldenbegrenzung 07.02.2009 - 00:00 Uhr