Bed In": Als die Flitterwöchner John Lennon und Yoko Ono 1969 eine Luxussuite im Amsterdamer Hilton bezogen, gingen sie dort zwar miteinander ins Bett, doch anders, als frisch vermählte Paare dies sonst zu tun pflegen. Denn eine Woche lang ließen sie sich in der gemeinsamen Schlafstatt von Journalisten interviewen und filmen - ein öffentliches Liebespaar. Ein Künstlerpaar waren die beiden überdies und funktionierten darum die intimste Art vereinten Aufenthalts hellwach und buchstäblich vor aller Welt zu einer Protestaktion für den Frieden um. In Frieden schlafen und dennoch Teil eines Kunstwerks sein - das ermöglicht seit wenigen Tagen die Installation "Zimmerfreiheit" in Berlin: Dort, in der Potsdamer Straße, hat Carolina Amaya aus Kolumbien einen Raum knallig ausgemalt und mit einem Doppelbett möbliert, das Interessenten buchen können. Seit jeher regt der Schlaf die Fantasie der Kreativen an. Immerhin beansprucht er fast ein Drittel des Menschenlebens, und auch der Munterste kommt nicht ohne aus. Schlaf ist Kontrollverlust, was in den Wachenden zwar vielfach zärtliche Gefühle weckt - so filmte Andy Warhol 1963 stundenlang seinen schlummernden Liebhaber John Giorno -; aber er reizt auch den voyeuristischen Blick von Malern und Fotografen, die vom Schläfer unfreiwillige Enthüllungen erhoffen.