Der vergangene Dienstag war genau der 50. Tag unter der Ägide des neuen Bundeswirtschaftsministers. Eine eher belanglose Momentaufnahme, die lediglich deshalb Erwähnung verdient, weil Karl-Theodor zu Guttenberg so routiniert und kompetent vor den Kameras auftritt, als wäre er schon seit Urzeiten im Amt. Nur wenige Politiker sind in den Medien ähnlich präsent wie er. Das ist auch, aber nicht nur, den wirtschaftspolitischen Tatarenmeldungen dieser Tage geschuldet. Längst sind jene Kritiker verstummt, die behauptet hatten, Guttenbergs Berufung sei ein Indiz für die Personalnöte der CSU. Die Menschen haben ein sehr feines Gespür dafür, wer als Führungsfigur taugt. Noch nie ist ein Neuling so rasch in der Gunst der Wähler nach oben geklettert wie der smarte Oberfranke. Das aktuelle Politbarometer führt ihn auf Rang drei - der Minister zählt mithin zu den beliebtesten Politikern der Republik.