Oben wird die Luft dünner, das gilt nicht nur für Bergsteiger, sondern auch für die Wirtschaft, die in Deutschland an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Dies bestätigen die führenden Forschungsinstitute in ihrem neuesten Gutachten, das trotz zunehmenden Fachkräftemangels beim Wachstum noch etwas Luft nach oben lässt. Um 2,2 in diesem und 2,0 Prozent im nächsten Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt steigen. Danach dürfte die Luft so dünn werden, dass es mit dem Wachstum langsamer vorangeht. Ganz Deutschland steuert auf Vollbeschäftigung zu. Schon 2019 wird die Arbeitslosenquote unter fünf Prozent fallen, weil in nur zwei Jahren eine Million neue Jobs geschaffen wurde. Deutschland, das Wirtschaftswunderland, wird allerdings im oft weniger erfolgreichen Ausland kritisch beobachtet. Die steigenden Handelsbilanzüberschüsse sind dabei ein steter Quell neuen Ärgers und werden nicht nur von US-Präsident Donald Trump politisch instrumentalisiert. Der Erfolg hat ja bekanntlich viele Neider. Die kräftigen Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst, die auf viele andere Branchen ausstrahlen werden, sind vor diesem Hintergrund globalwirtschaftlich von Vorteil. Wenn es nun noch gelingt, die erhitzten Gemüter beim Thema Welthandel wieder zu beruhigen, kann die deutsche Wirtschaft die nächsten Jahre gut bestehen. Es bleiben die fehlenden Fachkräfte, die auch in Oberfranken Thema Nummer eins der Wirtschaft sind. Die Demografie ist, wie sie ist. Gezielte Zuwanderung kann helfen. Die Politik muss dafür endlich den passenden Rahmen schaffen.