Die Deutschen stehen unter besonderer internationaler Beobachtung, weil sie seit vielen Jahren hohe Handelsüberschüsse erwirtschaften, die anderen Ländern zunehmend Bauchschmerzen bereiten. Allen voran den USA, die kaum eine Woche verstreichen lassen, in der sie keine neuen Drohungen schicken. Die hoch verschuldeten Amerikaner können aber nun wirklich nicht als Vorbild für eine solide Haushaltsführung herhalten. Ganz Unrecht haben sie trotzdem nicht, wenn sie Deutschland auffordern, finanzielle Spielräume besser zu nutzen. Der Bund hat im letzten Jahr einen Rekordüberschuss von 13,5 Milliarden Euro erzielt und sitzt nun auf einem dicken Polster von 48 Milliarden. Geld, das Arbeitnehmer und Unternehmer erwirtschaftet haben. Es ist an der Zeit, ihnen davon etwas zurückzugeben, anstatt immer wieder aufs Neue soziale Klientelpolitik zu betreiben. Als "exzessiv" sparsam bewertet das US-Finanzministerium die Haushaltspolitik der Bundesregierung. So weit würden wir nicht gehen. Die Kassenüberschüsse sind zu einem nicht geringen Teil ein Geschenk der Nullzinsen. Unter denen leiden jedoch viele Bürger, was dafür spricht, ihnen entgegenzukommen. Die breite Mittelschicht, die dieses Land trägt, sollte endlich die Fürsorge von Vater Staat spüren.