Mancher hat schon genug, bevor es losgeht. Zu viel Gedöns um das Verfahren gegen Beate Zschäpe, ihre vier Mitangeklagten, ihre Taten. Zu viel der Ehre in Justiz, Politik und Medien für den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU), die Terroristenbande, die neun türkisch- und griechischstämmige Männer sowie die Polizistin Michèle Kiesewetter ermordet haben und deren Teil Zschäpe sein soll. Zu viel Aufhebens um mangelhafte Prozessqualität, nachdem das zuständige Oberlandesgericht München im ersten Anlauf schon an der Platzkartenvergabe für die Medien gescheitert ist. In der Summe sorgt all dies bereits für Übersättigung, begünstigt die Haltung: Nun macht mal halblang. Diese Sicht mag nachvollziehbar sein. Gerechtfertigt ist sie keineswegs.