Wie die Zahlen einer Analyse schwedischer Journalisten zeigen, starben zwischen Januar und Juni 2020 im Freistaat 25.724 Menschen. Im Vergleich zu den durchschnittlichen 22.634 Todesfällen der Vorjahre, ein Plus von 3090 Sterbefällen, was 14 Prozent entspricht.  Damit ist Bayern den Zahlen zu Folge das Bundesland, das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Daten auf Landkreis- oder Bezirksebene in Bayern liegen der schwedischen Analyse aber nicht zu Grunde. Dennoch lässt sich anhand der Daten vermuten, wo Corona-Hotspots gelegen haben. Die einzige Region im Westen Tschechiens mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Toten ist die Region Karlsbad, die an die Corona-Hotspots Wunsiedel und Tirschenreuth grenzt. 

Bayern steht im Vergleich noch gut da

Im europäischen Vergleich steht Bayern allerdings relativ gut da: Der Freistaat belegt Platz 203 von 500 bei der prozentualen Übersterblichkeit. Aus den Daten geht auch hervor, dass in vier weiteren Bundesländer (Bremen, Baden-Württemberg, Hamburg und das Saarland) mehr Todesfälle aufgetreten sind.

Europaweite Datenauswertung

Die Analyse hat der schwedische Daten- und Statistik-Blog „newsworthy“ veröffentlicht. Die Datenjournalisten haben Zahlen von verschiedenen europäischen Statistikämtern, unter  anderem dem Statischem Amt der Europäischen Union und dem deutschen Statischen Bundesamt, zusammengetragen und die „überschüssigen Toten“ (auf Englisch „excess deaths“) ermittelt.

Für insgesamt 500 europäische Regionen - Staaten wie Polen, Österreich oder Irland fehlen in der Statistik - haben die Schweden die durchschnittliche Zahl an Sterbefällen zwischen 2015 und 2019 mit den Todeszahlen zwischen Januar 2020 und Juni 2020 verglichen und so die Übersterblichkeit für die Regionen berechnet. Dabei sind die absoluten Totenzahlen in die Analyse eingeflossen, ob die Gezählten also eines natürlichen Todes gestorben sind oder durch Corona geht aus den Zahlen nicht direkt hervor. Die Zahlen und Statistiken der schwedischen Journalisten sind online für jedermann einsehbar. Hier finden Sie die Auswertung.

Mehr als 200.000 Tote in Europa

Für Europa ergibt sich ein trauriges Bild. Im Untersuchungszeitraum von Januar bis Juni ergaben sich insgesamt rund 200.000 Todesfälle mehr, als man durchschnittlich hätte erwarten können. Wobei eine Großzahl der Toten in bestimmten Regionen verzeichnet wurde. Besonders hart getroffen hat es Großbritannien, Spanien, Norditalien, einige französische und belgische Regionen sowie Schweden. Hier wurde in einigen Regionen ein Plus an Toten von mehr als 25 Prozent verzeichnet.

Trauriger Spitzenreiter ist die Region Bergamo. Dort wurden innerhalb von sechs Monaten rund 6.100 zusätzliche Tote festgestellt, eine Steigerung von 447 Prozent. In Großbritannien liegt die Region London mit einem Plus von 80 Prozent an der Spitze der Statistik.