Mehr Plätze am Bahnhof Parkhaus für pendelnde Radler

Bislang einzigartig in Bayreuth: Das Fahrrad-Parkhaus, das Bürgermeister Andreas Zippel (links) und Oberbürgermeister Thomas Ebersberger am Mittwoch am Bahnhof der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Foto: Eric Waha/Eric Waha

Bayreuth rüstet auf, um den Nahverkehr mit dem Fahrrad attraktiver zu machen: Am Hauptbahnhof ist das erste Parkhaus für Fahrräder fertig. Und das ist nur der erste Streich, auch wenn er sehr lange gedauert hat.

Ein Parkhaus für Fahrräder? Das gibt es jetzt auch in Bayreuth. Mit einer durchaus längeren Vorlaufzeit, die sich über mehrere Jahre hingezogen hat, stehen jetzt 68 gesicherte Stellplätze zur Verfügung, nebenan sind es 88 Doppelstock-Parker in einem sogenannten ungesicherten Bereich. Das jedoch ist nur der Anfang: Rund um den Bahnhof sollen es 300 Fahrradstellplätze werden. Mit Ausbau übers ganze Stadtgebiet.

Bislang einzigartig in Bayreuth

Das Wetter ist alles, nur nicht fahrradfreundlich am Mittwoch: Nieselregen. Kälte. Wind. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) und der zweite Bürgermeister Andreas Zippel (SPD), der als begeisterter Radler trotzdem mit dem E-Bike, seinem Dienstrad, kommt, stellen das neue Projekt vor, das zumindest in Bayreuth modellhaft – weil bislang einzigartig – ist.

Für Dauer- und Tagesparker

Es ist ein massives Teil, ausgestattet wie ein Parkhaus, wie man es für Autos kennt: Mit Ticketschalter, mit Ticketautomat, mit Einfahrtssicherung. Aber eben ausgebaut als Fahrradschleuse mit deinem Drehkreuz neben dran. Wie Ebersberger sagt, können in dem geschützten Bereich mit dem massiven Gitter 32 Plätze für Dauerparker angeboten werden, die man monatlich buchen kann, was dann acht Euro kosten wird. wer sein Fahrrad auf den restlichen 56 gesicherten Plätzen nur tageweise parken will, zahlt pro Tag 50 Cent, das Wochenticket kostet drei Euro. „Wer sein Ticket verliert, wird allerdings mit zehn Euro zur Kasse gebeten“, sagt Ebersberger.

Zehn Schließfächer für E-Bikes

„Es gibt in dem Bereich auch zehn Schließfächer, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden, in denen E-Bikes geladen werden können.“ Außerdem wurde eine Service-Station in dem Bereich eingerichtet: Dort findet man Werkzeug, um das Fahrrad zu reparieren und eine Luftpumpe, „was dann hoffentlich alles auch wieder zurückgelegt wird“, wie Ebersberger sagt.

25 Jahre Laufzeit

Mit der Bahn – „für die wir hier durchaus eher einseitig etwas tun“, wie Ebersberger anmerkt – habe man eine Laufzeit von 25 Jahren für die Flächen ausgehandelt, um für die Pendler oder Zugreisende, die mit dem Fahrrad einmalig oder regelmäßig zum Bahnhof kommen oder von dort auf die Arbeit pendeln, Planungssicherheit geben zu können.

Lange Zeit für Umsetzung

Das Projekt war Anfang des Jahres 2020 gestartet worden, als die Doppelparker – hier stehen die Räder übereinander – gebaut wurden, die Arbeiten für den gesicherten Bereich hatten sich, wie sich aus der Historie ergibt, auch von April 2021 bis Mitte Juli 2022 hingezogen. Was unter anderem daran gelegen habe, „dass die teile aktuell sehr schwer zu bekommen sind“, wie Ebersberger sagt. Bei der ersten Anlage sollen, weil der Bedarf es hergibt, jetzt noch weitere 36 Stellplätze mit Anlehnbügeln gebaut werden, „die kurzfristig durch 64 Stellplätze mit Doppelstockparkern ersetzt werden sollen“. Aber auch hier hakt die Realisierung an den langen Lieferzeiten.

Neubau in der Tunnelstraße

Außerdem steht auch eine Anlage in der Tunnelstraße an: „Hier sollen im kommenden Jahr weitere 72 Plätze geschaffen werden“, wie Ebersberger sagt. Womit das Ziel erfüllt werden könne, 300 überdachte Fahrradplätze am Bahnhof zu bauen. Das Gesamtprojekt gibt der Oberbürgermeister mit rund 660 000 Euro an, wobei vom Freistaat Bayern Fördermittel in Höhe von rund 218 000 Euro und vom Bund 231 500 Euro kommen sollen. Allein das Fahrrad-Parkhaus hat gut 352 000 Euro der Gesamtsumme geschluckt. Was laut Zippel ein Hemmschuh in der Umsetzung solcher Projekte ist: „Es dauert unheimlich lange, bis die Fördermittel auch tatsächlich abgerufen werden können.“

Schrotträder sollen schneller geholt werden

Einem Ärgernis will man jetzt mit einer juristisch sauberen Lösung begegnen, wie Zippel sagt: Man erarbeite „eine rechtliche Variante, um dem Stadtbauhof die Möglichkeit zu geben, hier abgestellte Schrotträder in einer höheren Frequenz zu erledigen“ – also über längeren Zeitraum abgestellten Zweirad-Schrott einzusammeln und dann, sofern noch möglich, der traditionellen Fahrrad-Versteigerung zuzuführen. Gleichzeitig zeigt die Situation am Bahnhof: Der Bedarf ist da, die Plätze sind zum großen Teil auch ausgelastet.

Suche nach weiteren Flächen

Das Fahrrad-Parkhaus soll jedoch kein Solitär bleiben in Bayreuth. Man suche händeringend nach weiteren Plätzen, an denen solche überdachten Abstellmöglichkeiten geschaffen werden können, sagt Ebersberger. Das gelte für die Innenstadt ebenso wie für die Randbereiche, wo – „idealerweise zusammen mit dem Landkreis“ – an den Einpendelstrecken Fahrrad- auf Autostellplätze treffen sollten, um die Nahmobilität mit dem Fahrrad attraktiver zu machen und die Innenstadt vom Autoverkehr zu entlasten.

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