Sowohl die Türen der Stadtbücherei Pegnitz als auch die St.-Johannes-Bücherei in Auerbach sind trotz Corona-Lockdown für Kunden geöffnet. Allerdings können sich die Besucher nicht mehr entspannt in die Ecke setzen und in den Büchern stöbern oder recherchieren, erklärt die Leiterin der Bücherei in Pegnitz, Timke Wessolowski.

In Pegnitz dürfen maximal acht Personen gleichzeitig in die Hauptbücherei und vier in die Kinderabteilung. In Auerbach sind es nur sieben Besucher, die sich zeitgleich ihre Bücher aussuchen dürfen, sagt die Leiterin Claudia Schnödt.

Freizeitliteratur und Zeitschriften

Obwohl oder vielleicht auch weil die aktuelle Nachrichtenlage eher düster ist, greifen Lesebegeisterte zur Freizeitliteratur und Zeitschriften. „Beliebt sind Thriller, Krimis und Familienromane. Thomas Mann und sozialkritische Werke werden eher nicht ausgeliehen“, so Wessolowski. Auch in Auerbach lägen laut Claudia Schnödt vor allem Freizeit- und Unterhaltungsliteratur, aber auch Zeitschriften und Sachbücher für Kinder im Trend.

Bücher in Quarantäne

Für die Besucher beider Büchereien gilt, wie so ziemlich überall zurzeit, Abstand halten, Maske tragen und Hände desinfizieren. Auch die Mitarbeiter in Auerbach werden am Ausleihschalter mit einer durchsichtigen Abtrennung geschützt. Zudem gilt ein Hygienekonzept für abgegebene Medien. „Zurückgegebene Bücher kommen bei uns für 24 Stunden in Quarantäne, Medien mit Plastikoberflächen sogar 72 Stunden. Da halten wir uns an die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts“, erläutert Timke Wessolowski das Vorgehen in Pegnitz und auch in Auerbach werden zurückgegebene Medien gründlich gereinigt, bekräftigt Claudia Schnödt.

Mehr Kinder

„Als klar wurde, dass der Lockdown kommt, hatten wir schon mehr Ausleihen. Auch in den Herbstferien sind mehr Kinder gekommen“, schildert die Auerbacher Bibliotheksleiterin ihren Eindruck. Auch Wessolowski stellt fest, dass die Leute in Pegnitz tendenziell mehr Bücher mitnehmen.

Keine Engpässe

Selbst wenn es in den kalten Monaten nun ungemütlicher wird oder der Lockdown sich doch etwas länger hinziehen sollte, müssen die Lesefreunde keine Engpässe für Bücher befürchten.„Zusammen mit den elektronischen Beständen haben wir über 30 000 Medien. Als Stadtbücherei sind wir schon sehr gut aufgestellt“, so Wessolowski.

Immer aktuell

Auch in der Auerbacher St.-Johannes-Bücherei bestehe kein Grund zur Sorge, dass es nicht mehr genügend Bücher geben könnte, sollten nun noch mehr Leute im Corona-Lockdown das Lesen für sich entdecken. „Wir geben auch immer weiter Bestellungen auf, dass die Leute etwas Aktuelles zum Lesen haben“, versichert Claudia Schnödt.

Mehr Arbeit als je

Sie selbst hat in der Zeit des ersten Lockdowns im April schon mehr gelesen als sonst. Timke Wessolowski lese nach eigener Auffassung „so viel wie immer“. „Wir haben mehr Arbeit als je zuvor. Über mangelnde Kundschaft können wir uns auf jeden Fall nicht beschweren“, sagt sie freudig.