Mehlmeisel Aus drei Pilgern wurden 300

Gisela Kuhbandner
  Foto: Gisela Kuhbandner

Kraft schöpfen für das ganze Jahr, innere Ruhe, unbeschreibliches Glücksgefühl beim Ankommen – so beschreiben Pilger aus dem Fichtelgebirge die dreitägige Diözesan-Fußwallfahrt nach Altötting, an der die Gründer vor 50 Jahren zum ersten Mal teilnahmen.

Mit allem, was zu einem Geburtstag gehört – Gäste, Geschenke, alte Bilder anschauen, Essen, und Trinken – wurde der runde Jahrestag jetzt gebührend gefeiert. „Unter Deinem Schutz und Schirm…“ Wie oft haben Sie dieses Gebet auf Ihrer Wallfahrt schon gesprochen“ wandte sich Pfarrer Ferdinand Weinberger beim Gottesdienst in der Pfarrkirche an die Gläubigen, verbunden mit dem Dank und der Bitte, immer wieder neu aufzubrechen zum Gnadenort.

Im sehr gut besetzten Pfarrsaal hieß Johannes Popp, Leiter der Gruppe Fichtelgebirge und stellvertretender Pilgerführer der Regensburger Diözesanfußwallfahrt, die große Pilgerfamilie zur Geburtstagsfeier willkommen. Pilgerführer Bernhard Meiler, dem sein besonderer Gruß galt, erinnerte an die drei Personen, die damals den Grundstein für die, mittlerweile auf 300 Personen angewachsene Pilgergruppe Fichtelgebirge gelegt haben – Hans Prechtl, Richard Fischer (damaliger Bürgermeister von Mehlmeisel) und die einzige noch Lebende, Gertraud Pscherer.

Sein Gedenken galt dem im März 2022 verstorbenen ehemaligen Leiter der Fichtelgebirgler, Egon Pscherer. Er, dessen Ehefrau Gertraud und viele andere hätten durch Erfahrung und innovative Ideen mitgeholfen, einen reibungslosen Ablauf der Wallfahrt zu gewährleisten und - zum Beispiel - bei der Verpflegung in Seemannshausen in wenigen Minuten über 2500 Wallfahrer zu versorgen.

Mit Egon Pscherer verbinde man aber noch viel mehr, sagte er: „Die erinnerungsträchtigen, unvergesslichen in Hunderten von Stunden gemachten Aufzeichnungen in Wort, Bild und Film, den der Verstorbene, seine Ehefrau Gertraud und Tochter Miriam Bär über die Jahre mit viel Herzblut aufgenommen, gestaltet und besprochen haben. Der gezeigte Film war aber auch der Höhepunkt des Treffens: Hier erlebte die Pilgerfamilie die Wallfahrten noch einmal hautnah.

Ein Glücksfall sei es, so Bernhard Meiler, dass Miriam Bär, die vor und während der Wallfahrt die bis zu 18 Begleitbusse koordiniert, in die Fußstapfen ihres Vaters tritt und damit - zusammen mit Johannes Popp – zwei sehr engagierte Leute Verantwortung übernehmen. Mit einer Dankurkunde und einer Marienkerze aus Altötting würdigte Bernhard Meiler die Verdienste der Pilgergruppe, die „fester Bestandteil der Regensburger Diözesanfußwallfahrt“ sei. „Hochachtung“ zollte den Fichtelgebirglern auch Pilgerpfarrer Andreas Weiß aus Bruck, der zusammen mit Pfarrer Weinberger und „Pilgerdiakon“ Franz Lautenbacher und den Wallfahrern Gottesdienst gefeiert hatte.

„Angefangen hat alles bei einem Gemeindebesuch von Weihbischof Karl Flügel, als der Gast dem damaligen Bürgermeister Richard Fischer den Klausenhang hinauf quasi davonlief“ erzählte „Pilgerdiakon“ Franz Lautenbacher. Nach seiner Fitness befragt, habe der Bischof auf die dreitägige Fußwallfahrt hingewiesen, worauf Fischer prompt reagierte – auch wenn man anfangs nur zu dritt gepilgert zur Wallfahrt startete.

Die Pilger kommen mittlerweile aus Mehlmeisel, Fichtelberg, Warmensteinach, Brand, Ebnath, Neusorg, Pullenreuth, Waldershof, Marktredwitz, Erbendorf, Kemnath, Immenreuth, Kirchenpingarten, Speinshart, Eschenbach, Weiden, Obertrubach, Pottenstein und Auerbach.

 

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