Medizinstudium ohne NC Klinikum Fichtelgebirge vergibt Stipendien

Isabella Panzer, angehende Unfallchirurgin, nahm bis 2019 am Förderprogramm „Klinikstudent“ teil. Foto: Klinikum Fichtelgebirge

Medizin studieren ohne Numerus clausus – das ist jetzt möglich. Dank eines geförderten Studienplatzes an der Universität Rijeka in Kroatien.

Marktredwitz/ Selb - Studieren, wo andere Urlaub machen: Das Klinikum Fichtelgebirge bietet ab dem Wintersemester 2021 ein Stipendienprogramm. Einer Mitteilung zufolge investiert das Klinikum Fichtelgebirge zusätzlich zum erfolgreichen Förderprogramm „Klinikstudent“ nochmals massiv in die Ausbildung des eigenen Ärztenachwuchses.

Bis zu drei Studienplätze pro Jahr ohne Numerus clausus und Wartezeit ermöglicht das Klinikum Fichtelgebirge in Zusammenarbeit mit der Firma Medistart, eine Auslandsagentur für medizinische Studiengänge. Studiert werde in englischer Sprache an der staatlichen Universität in Rijeka, Kroatien – gelegen in der Kvarner Bucht an der nördlichen Adria.

„Der Numerus clausus ist fast immer der entscheidende Faktor für die Zulassung zu medizinischen Studiengängen in Deutschland“, sagt Siegfried Kießling, Bereichsleiter Ärzteakquise am Klinikum Fichtelgebirge. Viele Interessenten würden deswegen lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um den Numerus clausus zu umgehen. „Das können bis zu zwölf Semester bei einem Abi-Schnitt von 2,4 sein”, sagt Kießling. „Unser neues Förderprogramm schafft hier Abhilfe.“

Studierende zahlen ein Drittel

Alexander Meyer, Geschäftsführer am Klinikum, bekräftigt: „Leider ist es seit vielen Jahren so, dass in Deutschland nicht ausreichend Medizinstudienplätze zur Verfügung stehen, um den Bedarf des deutschen Gesundheitssystems zu decken.“ In der Region gibt es laut Meyer viele interessierte und engagierte Abiturienten, die in Deutschland jedoch nicht die Möglichkeit bekämen, Medizin zu studieren, um später ihren Wunschberuf als Arzt ausüben zu können. „Da sich hierfür bundes- und landespolitisch für die nächsten Jahre jedoch keine Lösung abzeichnet, nehmen wir es selbst in die Hand und fördern zusätzliche Medizinabsolventen für die Region”, sagt Geschäftsführer Meyer.

Neben einer umfangreichen finanziellen Förderung würden die ausgewählten Studierenden zudem in Kroatien betreut und unterstützt. Die ärztliche Approbation sei EU-weit und somit auch in Deutschland anerkannt. Die Gesamtkosten für die Studiendauer von sechs Jahren belaufen sich laut Mitteilung auf rund 75 000 Euro. Davon übernehme das Klinikum Fichtelgebirge rund zwei Drittel, für den Rest müssten die Stipendiaten aufkommen. Ein Stipendiumsvertrag zwischen Klinikum und Studierendem regle die Details der Zahlungen.

Für weitere Informationen und Bewerbungen steht Siegfried Kießling am Klinikum in Selb zur Verfügung. red

 

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