Medi-Team in Würzburg Korner: "Ein Sieg wäre ein Big Point"

Gegenpol zu den starken Guards im Würzburger Team ist Luke Fischer (rechts). Der 2,11-m-Center wird es den Bayreuther Innenspielern um Reid Travis (links) nicht leicht machen. ⋌⋌Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Überaus reizvoll erscheint die letzte Aufgabe für Medi Bayreuth vor der Spielpause in der Bundesliga aufgrund der Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2021. Zum einen bietet die Partie am Mittwoch um 19 Uhr in Würzburg die Gelegenheit, den Abstand zum Tabellensiebten auf zwei Punkte zu verkürzen und sich damit im Kreis der Playoff-Kandidaten zu etablieren. „Wenn man da mitmischen will, muss man die Lücke irgendwann mal schließen, und das geht am besten gegen genau die Mannschaften, die man dafür einholen muss“, beschreibt Medi-Trainer Raoul Korner die Ausgangslage. „In dieser Hinsicht wäre ein Sieg in Würzburg ein Big Point.“

 

Überaus reizvoll erscheint die letzte Aufgabe für Medi Bayreuth vor der Spielpause in der Bundesliga aufgrund der Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2021. Zum einen bietet die Partie heute um 19 Uhr in Würzburg die Gelegenheit, den Abstand zum Tabellensiebten auf zwei Punkte zu verkürzen und sich damit im Kreis der Playoff-Kandidaten zu etablieren. „Wenn man da mitmischen will, muss man die Lücke irgendwann mal schließen, und das geht am besten gegen genau die Mannschaften, die man dafür einholen muss“, beschreibt Medi-Trainer Raoul Korner die Ausgangslage. „In dieser Hinsicht wäre ein Sieg in Würzburg ein Big Point.“

Zum anderen versprechen die Unterschiede in den Spielanlagen beider Rivalen eine spannende und abwechslungsreiche Begegnung. Während auf Bayreuther Seite die großen Positionen als verlässliche Optionen im Angriff gelten, die sich hauptsächlich mit dem 2,11 m großen US-Center Luke Fischer messen müssen, stehen bei Würzburg stärker die Guards im Blickpunkt. Während die Gastgeber bei den Rebounds die schwächste Bilanz der Liga aufweisen, werden Skyler Bowlin und Jordan Hulls als Distanzwerfer sowie Cameron Wells mit starkem Halbdistanzwurf und Zug zum Korb die Bayreuther Defensive auf Trab halten.

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„Es gibt aber auch Ähnlichkeiten zwischen beiden Teams“, betont Korner. „Solche Schützen von der Dreierlinie haben wir auch. Das Innenspiel ist eher eine zusätzliche Option.“ Den größten Vorteil der Würzburger sieht er jedoch in der Kontinuität: „Sie haben sozusagen ein Jahr Vorsprung, weil sich an der Besetzung ihrer Schlüsselpositionen nichts geändert hat. Das ist ein Riesenvorteil, auch wenn die anderen im Laufe der Saison aufholen.“ Besonders deutlich sei dieser Unterschied noch im Hinspiel am dritten Spieltag zu sehen gewesen, als die Unterfranken in Bayreuth mit 88:79 gewannen. Damals spielte das Medi-Team allerdings auch noch ohne Andreas Seiferth und Nate Linhart.

Beständigkeit zeichnet auch die Formkurve der Würzburger aus. Keines ihrer bisherigen 18 Ergebnisse war als sonderlich große Überraschung zu werten. Abweichungen von den Erwartungen waren eher positiv, wie die Auswärtssiege in Ulm (82:73) und Bamberg (72:69). Unter den acht Niederlagen dürfte am ehesten die Höhe des Ergebnisses im Heimspiel gegen Alba Berlin als Enttäuschung gewertet worden sein (82:100). Trainer Denis Wucherer war zwar auch nach dem letzten 87:100 in Braunschweig unzufrieden („Wenn wir so gegen Bayreuth spielen, haben wir keine Chance“), aber dabei fehlte immerhin der erkrankte Topscorer Wells.

Korners Premiere als Nationaltrainer

Die Spielpause in der BBL beschert dem Medi-Team nach der Rückkehr aus Würzburg fünf freie Tage. „Die sind auch dringend notwendig, denn wir sind ziemlich am Limit unterwegs“, sagt Raoul Korner. Die folgende Trainingswoche wird dann sein Assistent Lars Masell leiten, denn der Bayreuther Headcoach gibt in diesem Terminplanfenster für die EM-Qualifikation sein Debüt als Nationaltrainer seines Heimatlandes Österreich. Dabei steht zunächst am 20. Februar das Heimspiel gegen die Ukraine in Graz auf dem Programm und dann am 23. Februar der Auftritt beim Favoriten der Gruppe F in Slowenien.

„In beiden Spielen sind wir klar der Außenseiter“, sagt Korner. Am ehesten könne man sich noch Hoffnung machen, gegen die Ukraine „mit dem Überraschungsmoment einen Lucky Punch zu landen“. Entscheidend im Kampf um die drei Qualifikationsplätze sei aber erst die Begegnung mit dem Nachbarrivalen Ungarn, die erst am zweiten Doppelspieltag im November auf dem Programm steht.

Die Zeit bis dahin wird wertvoll sein für den Trainer, denn so unglaublich es auch klingt: Seit seinem Amtsantritt Ende Juni 2019 hat Korner noch nie mit seiner Bestbesetzung trainiert: „Es gab im Sommer mal ein Trainingslager, aber das war mehr den jungen Spielern und denen in der zweiten Reihe gewidmet. Thomas Klepeisz war einer der wenigen Stammspieler“, erklärt Korner, um schmunzelnd einen kleinen Seitenhieb auf seinen deutschen Kollegen Henrik Rödl anzufügen: „Damit ich keinen Lukas Meisner übersehe.“ Mit den meisten Leistungsträgern um den Oldenburger Center Rasid Mahalbasic absolviert er nun also vor dem ersten Pflichtspiel genau drei Trainingseinheiten: „Da kann man nicht viel bewirken.“