Medi-Team gegen Ulm Bayreuths 1000. Bundesligaspiel

Spielfreude und Tempo zeichnen die Ulmer aus. An guten Tagen führt das auch schon mal zu einem dreistelligen Ergebnis wie zuletzt gegen Gießen mit 109:79. Andreas Obst (rechts) trug dazu als Topscorer seiner Mannschaft 19 Punkte bei. Foto: Imago Images/Nordphoto

Nicht nur physisch wird Medi Bayreuth im zweiten Heimspiel innerhalb von vier Tagen einiges abverlangt. Gegen Ratiopharm Ulm geht es an diesem Dienstag auch darum, nach der Niederlage gegen Bamberg ungebrochene Moral zu beweisen.

Basketball - Nicht immer fällt es ganz leicht, für jedes Spiel eine ganz besondere Bedeutung zu finden – aber diesmal ist es einfach: Die Statistiker von Medi Bayreuth haben herausgefunden, dass die Bundesliga-Partie gegen Ratiopharm Ulm an diesem Dienstag um 19 Uhr die 1000. einer Bayreuther Mannschaft in der höchsten Spielklasse ist, seit 1976 erstmals der Aufstieg gelang.

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Nachdem die weitaus meisten Spieler im aktuellen Kader noch nicht einmal 30 dieser Spiele absolviert haben, kann man allerdings nicht sicher sein, ob dieses Jubiläum als Motivation für eine ganz besondere Vorstellung ausreicht. Schließlich hat die Moral des Medi-Teams gerade einen Rückschlag verkraften müssen, als die starke Leistung im Derby gegen Brose Bamberg mit 88:97 unbelohnt blieb und damit die Hoffnung auf eine reelle Chance im Rennen um einen Playoff-Platz praktisch zunichtegemacht wurde. „Es kommt oft vor, dass man nach so einem emotionalen Höhepunkt in ein Loch fällt“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. „Das droht definitiv.“

„Bis zum Ende besten Basketball spielen“

Seine Mannschaft stehe insofern vor einem „Charaktertest“: „Die Spannung weiterhin hoch zu halten, ist eine kollektive Aufgabe für uns alle.“ Dabei will Korner auch die Tabelle nicht aus dem Blick verlieren. Immerhin kann man in der dichten unteren Hälfte schnell auf Platz 14 abrutschen, was der Saison kaum gerecht würde. „Wenn wir auf Platz neun oder zehn abschließen, wäre das top“, sagt Korner. „Vor allem wollen wir aber die Entwicklung des Teams weiterführen und bis zum Ende unseren besten Basketball spielen.“ Dabei zweifelt er auch nicht am persönlichen Ehrgeiz aller Spieler: „Nur so können wir gewinnen – und nur dann sieht auch der Einzelne gut aus.“

Gegen Ulm müsse sein Team aber sogar „über sich hinauswachsen“. Der Tabellensiebte, der eine kleine Krise mit vier Niederlagen in Folge (darunter ein 77:92 beim Schlusslicht Vechta) inzwischen mit drei klaren Siegen überwunden hat, kann in Bayreuth alle rechnerischen Zweifel an der Playoff-Teilnahme ausräumen. Vor allem aber hat er noch Chancen, bis auf Rang fünf vorzurücken, der am Ende wohl ein Duell mit den Titelfavoriten Berlin und München vermeidet.

Wie schwer die Ulmer Spielfreude an einem guten Tag zu bremsen ist, hat das Hinspiel gezeigt (76:104), auch wenn das schon sehr lange her ist (zweiter Spieltag). Sechs Ulmer punkteten damals zweistellig: „Sie haben Scharfschützen wie Obst und Klepeisz, aber auch in Osetkowski einen vielseitigen Center. Dazu Athletik und Länge – eben ein talentiertes Team“, sagt Korner. Auf seiner Seite ist der Einsatz von Kay Bruhnke fraglich, nachdem er gegen Bamberg einen Schlag auf den ohnehin angeschlagenen Rücken bekommen hat: „Wir werden da sicher nichts riskieren.“

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