Medi-Team gegen Hamburg Herausforderung an den Willen

Einen Weg zu finden durch die aggressive Verteidigung, gehört zu den Hauptaufgaben gegen die Hamburg Towers. Frank Bartley (Nr. 24) ist das im Hinspiel besonders gut gelungen, denn er zeichnete sich beim unerwarteten 95:92-Sieg der Bayreuther mit 19 Punkten als Topscorer aus. Foto: Imago Images//Roberto Seidel

Eine der aggressivsten Mannschaften in der Basketball-Bundesliga und aktuell auch noch eine der erfolgreichsten: Die Hamburg Towers sind am Donnerstag bei Medi Bayreuth zu Gast – da wird viel mehr Kampfgeist nötig sein als zuletzt.

Basketball - Es dürfte kaum zwei Meinungen darüber geben, dass Medi Bayreuth etwas gutzumachen hat. Zu enttäuschend war der zurückliegende Tiefpunkt der Bundesligasaison bei der 64:77-Niederlage gegen die Löwen Braunschweig, vor allem in Bezug auf die kämpferische Einstellung. „Es ist durchaus menschlich, dass man in ein Loch fällt, wenn ein großes Ziel weg ist. Da sind wir auch nicht die einzigen, sogar dem FC Bayern ist es gerade erst passiert – aber es ist eben nicht professionell“, sagt Trainer Raoul Korner. „Ich kann es also verstehen, aber nicht akzeptieren.“ Man habe intern thematisiert, dass es nach wie vor eine Verantwortung gebe gegenüber Fans, Sponsoren „und uns selbst“: „Es kann mal passieren, darf sich aber nicht wiederholen.“ Dabei zweifelt Korner nicht an der grundsätzlichen Bereitschaft der Spieler: „Ich kenne das Team nach neun Monaten nicht so, dass es irgendeinem egal wäre.“

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Nur eines der letzten elf Spiele verloren

Angesichts dieser Herausforderung an den Willen könnte man sich angenehmere Gegner vorstellen als ausgerechnet die Hamburg Towers, die am Donnerstag um 19 Uhr in Bayreuth zu Gast sind. Schließlich gelten Energie, Physis und Aggressivität als Stärken des Tabellensechsten, ganz in dem Stil, den sein Trainers Pedro Calles auch zuvor schon in Vechta gepflegt hat – „und Qualität, nicht zu vergessen“, ergänzt Korner. Von den letzten elf Spielen haben die Hamburger nur eines verloren und das auch nur sehr unglücklich in letzter Sekunde mit 97:98 in Chemnitz. In dieser Phase lösten sie auch ausgesprochen schwierige Aufgaben wie gegen München und Oldenburg sowie sogar gleich zweimal gegen Alba Berlin.

Damit haben sich die Towers eine so reizvolle Ausgangslage für den Endspurt um die beste Playoff-Position erarbeitet, dass mit einem Nachlassen ihres Ehrgeizes kaum zu rechnen ist. Schon am Sonntag beim Tabellennachbarn Crailsheim könnten sie den fünften Platz erobern, auf dem sie am Ende den Euroleague-Teams aus München und Berlin aus dem Weg gehen würden. Sogar der Heimvorteil gegen den Tabellenvierten Oldenburg liegt dank des gewonnenen Direktvergleichs noch nicht außer Reichweite. Vielen Beobachtern gelten die formstarken Hanseaten als Gegner, auf den niemand in der Endrunde treffen will. Allerdings sieht Korner den Neuling in dieser Tabellenregion zuvor auch noch vor einer mentalen Prüfung: „Erstmals so ein großes Ziel zu erreichen, birgt auch eine Gefahr: Wenn sich Zufriedenheit einstellt, hat man keine Chance mehr.“

Eine der besten Saisonleistungen im Hinspiel

Die gute Nachricht für die Bayreuther ist, dass sie schon einmal gut mit den Hamburger Stärken zurecht gekommen sind. Raoul Korner widerspricht nicht, wenn man den 95:92-Sieg nach Verlängerung im Hinspiel zu den besten Leistungen der Saison zählt: „Wir waren von Anfang an präsent, haben lange Zeit gut auf den Ball aufgepasst und unsere Stärken unter dem Korb ausgespielt“, nennt der Medi-Coach als Schlüsselfaktoren für den Erfolg. „Außerdem sind wir es damals gewesen, die zu diesem Zeitpunkt ein Erfolgserlebnis brauchten, und die Hamburger haben uns vielleicht auch ein wenig unterschätzt.“ Auf diesen letzten Faktor darf man allerdings in der Regel nicht zweimal hoffen.

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