Medi-Team bei defensivstarken Skyliners

Von Eberhard Spaeth

Man muss keinen großen Widerspruch fürchten, wenn man Medi Bayreuth am 20. Spieltag der Bundesliga als Außenseiter einstuft. Schließlich trifft der Tabellenzwölfte am Sonntag (31. Januar) um 17 Uhr bei den Skyliners Frankfurt auf jene Mannschaft, die auf dem vierten Platz das Feld hinter den drei großen Titelfavoriten anführt.

Das Doppeln gehört zu den auffälligsten Merkmalen der Frankfurter Verteidigung. Im Hinspiel gelang es den Bayreuthern um Spielmacher Jake Odum (links) aber oft genug, solchen Fallen zu entkommen. Foto: Peter Kolb Foto: red

Allerdings gibt es auch ein gutes Argument, um den Bayreuthern zumindest eine ernstzunehmende Chance einzuräumen: Im Hinspiel ist ihnen ein 82:69-Sieg gelungen, der die Einstufung als Großtat verdient. Immerhin ist das bis heute der einzige Fall geblieben, in dem die Frankfurter gegen eine Mannschaft verloren haben, die aktuell nicht auf einem der acht Playoff-Plätze liegt. Keine ihrer anderen vier Niederlagen ist deutlicher ausgefallen, und nur in zwei von 18 Saisonspielen erzielte ein Gegner der Skyliners mehr Punkte (eine dieser Ausnahmen war sogar ein Sieg: 88:86 gegen Bamberg!). Im Schnitt gestattet die defensivstärkste Mannschaft der Liga ihren Rivalen nur 70,28 Zähler.

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Treffer von außen besonders wichtig

Irgendetwas müssen die Bayreuther damals also ziemlich richtig gemacht haben. „Wir haben den Ball einigermaßen gut laufen lassen und auch einige schwierige Würfe getroffen“, erklärt Medi-Trainer Michael Koch. „Das würde uns auch diesmal sehr gut tun.“ Die letzten Spiele mit dem glanzvollen Sieg gegen Oldenburg und der knappen Niederlage gegen Hagen hätten gezeigt, wie wichtig eine gute Trefferquote von außen sei: „Das gilt gegen die Skyliners ganz besonders, denn sie machen die Zone extrem zu. Da sind Punkte von außen nötig, um diesen Riegel zu lockern.“

Im Europapokal noch unbesiegt

Die Defensivstärke sieht Koch auch als Hauptgrund dafür, dass die Mannschaft seines Kollegen Gordon Herbert eine der konstantesten Formkurven der Liga vorweisen kann: „Das ist eine Qualität, auf die sie immer zuverlässig aufbauen können.“ So haben sich die Skyliners nicht nur in der BBL auf den Playoff-Plätzen etabliert und das Final-Four-Turnier im Pokalwettbewerb erreicht (80:68 gegen Oldenburg), sondern sie sind auch als einziger aller Teilnehmer an den drei europäischen Wettbewerben auf internationalem Parkett noch ungeschlagen – wenn auch im sicher schwächsten Feld des Fiba-Europe-Cups. Am Mittwoch dieser Woche haben sie mit 91:79 gegen den türkischen Vertreter Gaziantep im elften Spiel den elften Sieg gefeiert. Damit steht fest, dass sie auch die zweite Gruppenphase als Sieger ihrer Staffel abschließen und ins Achtelfinale einziehen werden. An dieser Stabilität konnten auch Verletzungen und Nachverpflichtungen nichts ändern. Obwohl derzeit Danilo Barthel und Konstantin Klein ausfallen, verzichtete Herbert am Mittwoch sogar auch noch auf Aaron Doornekamp, um ihn wegen Rückenbeschwerden zu schonen.

Michael Koch: "Daheim noch aggressiver"

Wegen dieser Selbstsicherheit der Frankfurter rechnet Michael Koch nicht damit, dass sie sich von der Erinnerung an das Hinspiel beirren lassen: „Ich glaube nicht, dass sie an ihrem Konzept viel ändern. Wir müssen aber damit rechnen, dass sie daheim noch aggressiver verteidigen als auswärts.“ Dafür hofft der Coach, dass sich auch in seinem Team ohne die lange Zeit allgegenwärtigen Personalfragen allmählich etwas von der Frankfurter Konstanz einstellt: „Man merkt, dass bei uns mehr Struktur einkehrt. Die Rollenverteilung wird immer klarer.“