Medi äußerst respektabel Bayreuther verlieren in München mit 79:91

Medi-Center Reid Travis (links) war von keinem seiner Gegenspieler, in diesem Fall Mathias Lessort, nachhaltig zu stoppen. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Einen Sieg von Medi Bayreuth hatte man nicht ernsthaft erwarten dürfen beim Deutschen Meister und ungeschlagenen Tabellenführer der Bundesliga. Daher darf man es als sehr respektables Abschneiden bewerten, dass sich die Mannschaft von Trainer Raoul Korner beim FC Bayern München über die gesamte Spielzeit als ernsthafter Gegner für den hohen Favoriten präsentierte. Das kommt auch im Endergebnis von 91:79 (42:40) für die Münchner zum Ausdruck, das dem Spielverlauf gerecht wird.

 

Schließlich war die Aufgabe sogar noch zusätzlich erschwert worden, weil Andreas Seiferth wegen einer Oberschenkelverletzung kurzfristig ausgefallen war. Gleichzeitig war auf der Gegenseite der seit Mitte Oktober verletzte französische Nationalcenter Mathias Lessort wieder dabei. Wie sollten die selbst in Bestbesetzung körperlich unterlegenen Bayreuther bei diesen Vorzeichen unter den Körben bestehen können?

Die Antwort gab Reid Travis mit einer überragenden Leistung: Der US-Center war jederzeit eine verlässliche Option im Medi-Angriff, weil er konsequent den Korb attackierte und dabei auch keinem harten Zweikampf aus dem Weg ging. Damit zeichnete er sich nicht nur schon früh als Topscorer der Partie ab, sondern nahm nebenbei auch noch seinen prominenten Gegenspieler Greg Monroe weitgehend aus dem Spiel. Zwei frühe Fouls und ein drittes nach der Rückkehr im zweiten Viertel gestatteten dem Münchner NBA-Routinier in der ersten Halbzeit lediglich eine Einsatzzeit von 5:11 Minuten – und null Punkte. Obwohl Travis in der zweiten Hälfte erwartungsgemäß mehr Aufmerksamkeit von der Münchner Verteidigung bekam, legte er nach drei Punkten im dritten Viertel noch einmal acht im letzten Abschnitt nach. „Es war eines meiner besten Spiele, seit ich in Deutschland bin“, sagte der Medi-Center nach der Partie zurückhaltend. „Ich wollte aggressiv sein und mich auch von Fehlwürfen nicht beirren lassen.“

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Variantenreiche Marschroute in der Bayreuther Defensive

Doch das Spiel über den Center war nicht der einzige erfolgreiche Schwerpunkt im Bayreuther Matchplan. Ebenso gut funktionierte die variantenreiche Marschroute in der Defensive mit häufigem Doppeln, gelegentlicher Ganzfeldpresse und über weite Strecken auch mit Zonenformation, was den Favoriten immer wieder vor neue Aufgaben stellte. Dabei hatten die Schwierigkeiten der Münchner sicher auch damit zu tun, dass Spielmacher Maodo Lo offenbar ebenso nicht einsatzbereit war wie Nihad Djedovic, der zwei Tage zuvor beim Euroleague-Debakel in Valencia (56:82) erstmals nach seiner Verletzungspause wieder mitgewirkt hatte. Viele Probleme löste der Titelverteidiger mit individueller Klasse, insbesondere durch seine Flügelspieler Paul Zipser (6/8 Zweier, 2/4 Dreier) und Vladimir Lucic (4/4 aus dem Feld, 8/9 Freiwürfe).

Trotzdem gestalteten die Bayreuther die erste Hälfte so ausgeglichen, dass sie beide Viertel nur jeweils mit 20:21 verloren. Mitte des zweiten Abschnitts bekamen sie gegen die intensivere Münchner Verteidigung zwar zunächst nicht mehr die gewünschten Würfe (sogar Travis musste sich in Zeitnot mit einem Dreier versuchen) und gerieten mit 24:33 in Rückstand (15.), aber sie hielten unbeirrt an ihren taktischen Leitlinien fest und kamen durch sieben Punkte in Folge zwölf Sekunden vor der Halbzeitpause zum 40:40-Ausgleich.

Münchner 11:0-Lauf bringt die Vorentscheidung

Durch einen schnellen Angriff, den Evan Bruinsma abschloss, gingen die Gäste sogar mit 48:47 in Führung (23.), und die einzigen vier Punkte von James Robinson erzwangen noch einmal den 52:52-Ausgleich. Darauf antwortete der FC Bayern jedoch mit dem letztlich wegweisenden 11:0-Lauf zum 63:52 (28.), weil er seine Verteidigung noch einmal intensivierte und auch von einer Pause für Travis profitierte.

Beim 77:60 (33.) konnte es dann schon kaum noch Zweifel am Sieg der Münchner geben. Doch auch diese Erkenntnis ließ den Widerstand der Bayreuther nicht erlahmen. Beim 70:80 hatten sie den Rückstand knapp fünf Minuten vor dem Ende wieder in eine respektable Größenordnung gedrückt und hielten diesen Abstand dann bis zum Schluss.

Bayern München: King (7 Punkte), Koponen (8), Monroe (4), Lucic (17), Zipser (20), Nelson (2), Flaccadori (6), Barthel (13), Lessort (8), Radosevic (6).

Medi Bayreuth: Robinson (4), Woodard (7), Doreth (5), Meisner (5), Alford (3), Travis (26), Raffington (5), Bruinsma (12), Linhart (12).

 

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