Marktrat Kirchenthumbach Haushalt ist eine „schwere Geburt“

Die zu kaufende Containeranlage für das Kinderhaus St. Elisabeth ist der größte Posten im diesjährigen Haushalt. Foto: Ralf Münch

Fast wäre es am Ende des Tagesordnungspunktes „Haushalt“ noch zu einem Eklat gekommen. Schließlich wurde das Zahlenwerk aber einstimmig abgesegnet.

Kirchenthumbach -

Fast wäre die Stimmung am Ende noch gekippt, als der Tagesordnungspunkt „Haushalt 2021“ – der sechste Punkt – bei der Sitzung des Marktgemeinderates anstand. Vielleicht lag es daran, dass die Gremiumsmitglieder zu diesem Zeitpunkt schon zwei Stunden auf ihren Stühlen saßen. Schon vorher hatte es vereinzelt Gebrummel gegeben, dass die Sitzung in der momentanen Situation so lange dauert. Und dabei hatte Kämmerer Michael Eisner sein Zahlenwerk zügig erklärt.

Konstruktive Zusammenarbeit

Zweimal hatte Bürgermeister Jürgen Kürzinger (SPD) abschließend nach Wortmeldungen gefragt und als nichts kam, zur Beschlussfassung aufgerufen. „Dürfen keine Stellungnahmen abgegeben werden?“, fragte Daniel Götz (CWG). Es könne sich jeder zu Wort melden, reagierte Dominik Brütting (SPD). Man habe aber im Vorfeld vereinbart, auf die sonst üblichen Haushaltsreden zu verzichten. „Wir sind im Lockdown, die Intensivstationen sind voll und wir sitzen hier jedes Mal vier bis fünf Stunden“, so Brütting, „wir haben Verantwortung und müssen ein Zeichen setzen.“ Trotzdem ergriff Ewald Plößner (CWG) kurz das Wort und dankte allen am Haushalt Beteiligten für ihre konstruktive Zusammenarbeit

Zielorientiert und flexibel

Zu Beginn hatte der Kämmerer den Haushalt eine „schwere Geburt“ genannt. „Das Jahr 2021 steht im Zeichen von Vorbereitungen und Planungen.“ Der Haushalt sei solide, aber sportlich. Der Finanzausschuss habe sich zwar gerieben, ergänzte der Bürgermeister, aber das Zahlenwerk einstimmig abgesegnet. „Unsere Partner – Hauptamt, Kämmerer, Ingenieurbüros und Architekten – haben lange Prozesse zu bewältigen“, sagte er. Ein zu kurzes Denken über die anstehenden Maßnahmen sei aber ein Fehler, es müsse zielorientiert und flexibel gearbeitet werden. „Dieser Haushalt ist die Richtschnur der sozialen und Pflichtaufgaben.“

Eckdaten: Der Haushalt schließt im Verwaltungshaushalt mit 6,69 Millionen Euro (minus 0,61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), im Vermögenshaushalt mit 3,87 Millionen Euro plus 28,79 Prozent) ab. Kreditaufnahmen sind mit 1,93 Millionen Euro eingeplant, Verpflichtungsermächtigungen mit 5,23 Millionen Euro. Der Schuldenstand wird Ende des Jahres bei 2,62 Millionen Euro liegen, die Pro-Kopf-Verschuldung bei 811 Euro).

Verwaltungshaushalt: Die Haupteinnahmen hier sind der Einkommenssteueranteil (31,1 Prozent) und die Schlüsselzuweisungen (15,9 Prozent). Bei den Ausgaben sind es die Kreisumlage (20,57 Prozent), die Zuweisung an Verbände und Kitas (13,89 Prozent) sowie Personalausgaben (13,64 Prozent).

Vermögenshaushalt: Die Investitionsausgaben belaufen sich in der Marktgemeinde auf knapp 3,63 Millionen Euro. Schwerpunkte hierbei sind die Beschaffung der Containeranlage für den Kindergarten (740 000 Euro), der Erwerb von allgemeinen Grundflächen (250 000 Euro), der Lückenschluss der Wasserleitung in der Auerbacher Straße (200 000 Euro), die Beschaffung eines Bauhoffahrzeugs (154 350 Euro), die Beschaffung eines TSF-W für die Feuerwehr Thurndorf (105 000 Euro), verschiedene Maßnahmen an der Schule (202 500) Euro sowie der Neubau der Kläranlage (Planungskosten) mit 100 000 Euro.

Verpflichtungsermächtigungen für nächstes Jahr: Je 1,5 Millionen Euro sind für die Kläranlage und die Breitbanderschließung eingeplant, für die Beschaffung Bauland Sandbrunnen VI sind es 500 000 Euro und für den Hochbehälter 150 000 Euro.

Beschluss: Dem Haushalt wurde einstimmig zugestimmt.

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