Markt baut fleißig Schulden ab

Eschenbacher

Anders als in den Vorjahren hat der Markt Thurnau diesmal seinen Haushalt relativ früh aufgestellt. Die höchsten Ausgaben darin sind für das Schloss eingeplant. Doch der Markt investiert zugleich in die Infrastruktur der Gemeinde.

Die Räume der weitläufigen historischen Schlossanlage füllen sich: In den Nordflügel von Schloss Thurnau kommt das Institut für Fränkische Landesgeschichte. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Der Haushalt umfasst in diesem Jahr insgesamt 18,2 Millionen Euro. Der Anteil der Marktwerke liegt bei 3,1 Millionen Euro, wie Kämmerer Michael Ganzleben zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Montag berichtete.

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Die Wirtschaftskraft der Gemeinde, bemessen an der Gewerbesteuer ist von 2014 (1,1 Mio. Euro) bis 2017 (1,3 Mio.) leicht gestiegen. Im Haushaltsansatz 2018 wird mit 1.050.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen gerechnet. Im Vorjahr waren 50 000 Euro weniger angesetzt. Dafür geht die Gemeinde von 2,2 Millionen Euro Einkommenssteuer aus (2017: 2,1 Mio.). Damit ist sie die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde neben den Schlüsselzuweisungen. Dem steht allerdings eine Kreisumlage von 1,7 Millionen Euro gegenüber.

Gut drei Millionen Euro fürs Schloss

Für die Sanierung der historischen Schlossanlage rechnet die Gemeinde mit Kosten in Höhe von drei Millionen Euro. Davon entfallen 1,4 Millionen Euro auf die Sanierung des Nordflügels für das Institut für Fränkische Landesgeschichte. Die Summe werde jedoch für andere Träger abgerechnet, erläuterte Bernreuther. Damit war die Gräflich’sche Stiftung gemeint, in deren Stiftungsrat der Thurnauer Bürgermeister vertreten ist. Im Gemeinderat habe größtenteils Einigkeit über die notwendigen Sanierungskosten geherrscht, sagte Bernreuther. „Und man sieht jetzt auch, dass etwas passiert.“

Die Gemeinde Thurnau sei Konsolidierungsgemeinde, könne aber den Schuldenstand „konsequent zurückführen“. Waren es Ende 2015 noch 3,1 Millionen Euro Schulden, sinken sie in diesem Jahr voraussichtlich auf 1,9 Millionen. „Die Stabilisierungshilfen sind nicht enthalten“, sagte Bernreuther. „Aber wir hätten auch eine Million ohne sie abgelöst.“ Dafür steigt das Minus bei den Marktwerken auf 3,6 Millionen Euro. Die Gemeinde will für Markt und Marktwerke Schulden in Höhe von 98 000 Euro abbauen. Abzüglich der Tilgung stehen der Gemeinde 601.000 Euro zur Verfügung.

Ausgaben für Straßen, Kanäle und Brücken

Das meiste Geld soll für Investitionen in die gemeindliche Infrastruktur ausgeben werden, vor allem für Straßen, Brücken, Kanäle, Regenrückhaltebecken und den Breitbandausbau. Die Dorferneuerung Alladorf mit Dorfhaus und neuer Ortsdurchfahrt wird fortgesetzt und mit der Sanierung der Limmersdorfer Ortsmitte begonnen. Die Sanierung des alten Rathauses (573 000 Euro), des Rückgebäudes (209 000 Euro) und des Rathausplatzes (406.000 Euro) schlagen sich ebenfalls mit hohen Summen nieder. Sie werden allerdings über die Förderoffensive Nordostbayern finanziert. Ohne Fördergeber wäre ein Großteil der Investitionen (6,5 Mio.) nicht machbar gewesen. 

„Unser Ziel ist es, den Innenort zu stärken, Leerstände zu beseitigen und Baulücken zu schließen“, sagte Bernreuther. Die Verlegung des Busbahnhofs (228 000 Euro) habe zu einer Wiederbelebung des Bahnhofsviertels geführt. Ein weiteres Wohnbaugebiet und Gewerbegebiet sind ebenfalls angedacht. Die Autobahnausfahrt beim Industriegebiet werde gerade gebaut. „Dafür wollen wir weitere Ansiedlungen bekommen.“

Die Kosten für das Töpfermuseum und das Freibad sind nur zu 15 beziehungsweise 26 Prozent gedeckt. Beim Schwimmbad muss die Gemeinde 66.750 Euro dazu schießen, beim Töpfermuseum 96.200 Euro.

Der Stellenplan für die Verwaltung im Rathaus umfasst zwei Beamte und 44 Angestellte. Das klinge nach viel Personal, doch es handle sich nur um 29 Vollzeitstellen, hinzu kämen Teilzeit-und geringfügig Beschäftigte. „Wir haben aufgebaut, aber nicht übermäßig.“ Dem Haushalt des Marktes und dem Wirtschaftsplan der Eigenbetriebe stimmten alle zu.