Mann wurde in der Erlanger Straße gefasst: im Solarium Bayreuth: Geflohener Häftling gefasst

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Der  Häftling, der am Donnerstagvormittag aus dem Justizpalast geflüchtet war, ist gefasst. Der Mann wurde in einem Solarium in der Erlanger Straße wieder eingefangen. 

Der Flüchtige wird aus dem Sonnenstudio geführt. Was er dort wollte, ist nicht klar. Foto: Lapp Foto: red

Nach Kurier-Informationen handelt es sich um Manuel W. (26) aus Wendelstein. Der Mann, der wegen Eigentumsdelikten vorbestraft sein soll, hatte eine Vorführung im Justizpalast genutzt, um die Flucht anzutreten. Er war nicht selbst angeklagt, er sollte nur in einem Prozess aussagen. W. ist wegen Eigentums- und Drogendelikten in Haft.

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Kaum war er weg, lief die Suche an. Aber noch gegen 11.30 Uhr mussten die Polizisten im Hof des Landgerichtes, wo der Mann abgehauen war, auf einen Suchhund warten, der die Spur zu dem Flüchtigen aufnehmen sollte. Da kam der Funkspruch: Ein Mann, der keuchend mit einem Handy telefonierte, wurde vor einem Solarium in der Erlanger Straße gesehen. Zwei Polizisten rannten hin, der Rest kam mit Blaulicht. Dann Gewissheit: Er ist es. Was der Flüchtige in dem Sonnenstudio wollte, steht noch nicht fest. Die Besitzer gehen davon aus, dass er sich den Ort zufällig aussuchte - er liegt nur knapp 300 Meter vom Gericht entfernt. Dorthin brachten auch die Beamten laut einer Polizeimeldung auch wieder zurück.

Keuchend und völlig außer Atem kam der Mann im Solarstudio an. Er fragte, ob er telefonieren könne. Er kenne niemanden in Bayreuth und wolle seine Schwester anrufen. Außerdem habe er sein Geld verloren. Eine Mitarbeiterin reichte ihm ihr Handy. "Er sah traurig und hilfsbedürftig aus", sagte sie dem Kurier. Auffällig war, dass er im Hocken telefonierte. Hinter der Empfangstheke. Danach fragte er, ob er sich waschen könne, Hände und Gesicht. Er habe verletzt an der Stirn ausgesehen, sagte ein Mitarbeiter des Solariums. Er fragte nach einem Hintereingang, wo er frische Luft schnappen wollte. Kehrte aber bereits nach wenige Sekunden wieder zurück. Auch als man ihn fragte, ob er mit zum Rauchen ins Freie gehen wollte, habe er abgelehnt. Stattdessen habe er sich müde auf die Couch gesetzt und sich ganz nach unten geschoben - was auffällig war. Er sagte, er werde hier "auf jemanden" warten. Er  trug entgegen ersten Meldungen, keine Sträflingskleidung.Mehr als eine Stunde saß der Flüchtige in dem Solarstudio - und wartete. Ruhig, so tief in der weißen Leder-Couch hing er, dass man ihn nicht von außen sehen konnte. Bis die Polizei kam. Den Beamten gab er zwar erst einen falschen Namen an, zog dann aber sofort zurück. "Ja, ich bin's", sagte er.

Nach wenigen Minuten wurde W. in Handschellen aus dem Solarium geführt. Er wehrte sich nicht, wirkte sehr mitgenommen. Von dem flotten, sportlichen, schlanken und selbstbewussten Mann, den er auf einem Foto in einem sozialen Netzwerk gibt, war er weit entfernt.

Er hatte beim Toilettengang im Gericht die Situation ausgenutzt. Denn dabei wurdem ihm die Handschellen abgenommen - und er floh aus dem Fenster. Spuren hätte es allerdings gegeben. Denn er hatte eine Brotzeittüte zurückgelassen, an der ein Hund locker seine Witterung hätte aufnehmen können.