Keuchend und völlig außer Atem kam der Mann im Solarstudio an. Er fragte, ob er telefonieren könne. Er kenne niemanden in Bayreuth und wolle seine Schwester anrufen. Außerdem habe er sein Geld verloren. Eine Mitarbeiterin reichte ihm ihr Handy. "Er sah traurig und hilfsbedürftig aus", sagte sie dem Kurier. Auffällig war, dass er im Hocken telefonierte. Hinter der Empfangstheke. Danach fragte er, ob er sich waschen könne, Hände und Gesicht. Er habe verletzt an der Stirn ausgesehen, sagte ein Mitarbeiter des Solariums. Er fragte nach einem Hintereingang, wo er frische Luft schnappen wollte. Kehrte aber bereits nach wenige Sekunden wieder zurück. Auch als man ihn fragte, ob er mit zum Rauchen ins Freie gehen wollte, habe er abgelehnt. Stattdessen habe er sich müde auf die Couch gesetzt und sich ganz nach unten geschoben - was auffällig war. Er sagte, er werde hier "auf jemanden" warten. Er trug entgegen ersten Meldungen, keine Sträflingskleidung.Mehr als eine Stunde saß der Flüchtige in dem Solarstudio - und wartete. Ruhig, so tief in der weißen Leder-Couch hing er, dass man ihn nicht von außen sehen konnte. Bis die Polizei kam. Den Beamten gab er zwar erst einen falschen Namen an, zog dann aber sofort zurück. "Ja, ich bin's", sagte er.