- Vereinsstrukturen stärken und finanziell unterstützen. „Die Vereinszuschüsse werden immer mehr gekürzt“, sagt Porsch. Stattdessen finanziere man neue Straßenlaternen.
- Infrastruktur schaffen. Als Beispiel nennt Porsch den geplanten Dorfladen in Kirchenpingarten.
- Jugendbeauftragte einsetzen. „Außerdem sollte der Jugendausschuss nicht nur aus Gemeinderäten bestehen“, sagt Porsch. Auch Vereine, Verbände und die Schulen sollten mit einbezogen werden.
- Partizipation erreichen. Emtmannsberg veranstalte Bürgerversammlungen nur für Jugendliche, sagt Porsch. In Waischenfeld gebe es einen Jugendbürgermeister. Und Pinsberg im Landkreis Forchheim habe einen Jugendgemeinderat. Er bekomme eigenes Geld für Investitionen zugesprochen. „Und die Beschlüsse der Jugendlichen müssen im Gemeinderat behandelt werden. Dadurch fühlen sie sich ernst genommen und können wirklich etwas bewegen“, sagt Porsch.
Auch Manfred Miosga, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Bayreuth, ist der Meinung, dass man die Angebote in den Gemeinden den Interessen der Jugendlichen anpassen muss: Projektarbeit anstatt verbindlicher Angebote, engere Zusammenarbeit mit den Schulen, neue Medien nutzen. Und man müsse Arbeitsplätze offensiver anbieten. „Damit man das Risiko minimiert, dass jemand zu BMW nach München geht, sondern seine Lehre bei einem Mittelständler in der Region macht“, sagt Miosga.
Info: Gesees ist die einzige Gemeinde mit einem Zuwachs an unter 18-Jährigen. Warum, kann selbst Bürgermeister Reinhard Sammer nicht genau beantworten. Vielleicht liegt es an den 80 Neubauten in den vergangenen zehn Jahren. „Ich glaube nicht an ein so großes Plus an Jugendlichen. Es ist eben nur eine statistische Prognose.“