Mangel an Ausstellungsräumen Kunstverein übt Kritik - Ausweichspielstätte im Iwalewa-Haus

Von Michael Weiser

Glücklich sind sie nicht mit den Baustellen in der Stadt, die Macher des Kunstvereins: Bei der Eröffnung der 63. Ausstellung in der Ausweich-Spielstätte Iwalewa-Haus beklagte der Vorsitzende Hans Hubertus Esser, dass mit der derzeit geschlossenen Eremitage ein Ausstellungsort mit Alleinstellungsmerkmal ausfalle. "Bayreuth hat für eine Kulturstadt völlig unzureichende Ausstellungsmöglichkeiten", sagte Esser.

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Wie das so ist mit der Kunst: Sie lädt zu Diskussionen ein. Wie etwa die jüngste, die 63. Ausstellung des Kunstvereins Bayreuth. Vereinsvorsitzender Hans-Hubertus Esser trauerte in seiner Eröffnungsrede der für eine Sanierung geschlossenen Eremitage nach. Andere hingegen mögen finden, dass das Ausweichquartier im Iwalewa-Haus (für die jurierte Ausstellung des Kunstvereins, der andere Teil ist in der Orangerie des Neuen Schlosses untergebracht) der vielleicht sogar bessere Ausstellungsort ist: konzentrierter, näher am Herzen der Stadt. Wobei auch das Iwalewa-Haus ein Provisorium bleibt.

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„Bayreuth hat für eine Kulturstadt völlig unzureichende Ausstellungsmöglichkeiten“, sagte Esser noch, und da wollte man nicht widersprechen. Ebenso diesem Satz: „Gar manches mag einem bekannt, ja schon mal gesehen vorkommen.“ Was, so Esser, an der gleichbleibenden Thematik und Arbeitsweise, kurz: der Handschrift der Künstler liege.

Um so mehr freut man sich über Gäste wie Wolfgang Böhm, der mit „Tierkreiszeichen“ aus gemalten Tierfiguren einen der interessantesten Beiträge beisteuerte. Ulrich Köditz öffnet mit seinem Gemälde „Mit Arnold auf Reisen“ einen Spalt in phantastische Felswelten – ein inszenierter (Alb-) Traum. Jutta Kuntze wiederum siedelt ihre „Nachbarn“ im einfamilientauglichen Grünwohngürtel einer Stadt an – doch wem wenden die Tänzerin über dem Dach und der Mann ihre strahlenden Gesichter zu? Flirrendes Großstadtleben, und hinter den Farben die Geheimnisse der Nacht bildet Werner Tögel ab. Ein archaisch anmutendes Schelmenstück stammt von Wo Sarazen: sein Denkmal eines Weitspringers, der 2064 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille gewinnen wird.

Drei Preisträger gibt es auch noch: Robert Siebenhaar, Martina Ziegenthaler und Walter Förster überzeugten die Jury.

Foto: Harbach