Malteser aus der Diözese Bamberg leisten im Vatikan ehrenamtlichen Sanitätsdienst Unterwegs im Auftrag des Herrn

Von Luisa Degenhardt

Acht Malteser aus der Diözese Bamberg sind zurzeit in Rom, um eine Woche lang als Sanitäter zu arbeiten. Darunter sechs Helfer aus Waischenfeld und zwei aus der Gliederung Bamberg. Der Nordbayerische Kurier hat mit dem Leiter einer der beiden Gruppen vor Ort, dem Arzt Norbert Ruß, gesprochen. Und ihn gerade beim Sightseeing erwischt.

Die Malteser aus Waischenfeld und Bamberg in der Basilika St. Johann im Lateran, die eine Woche lang Sanitätsdienst in Rom tun: Hans-Joachim Wagner, Harald Wolfring, Stefan Landmann, Stefan Eigl, Matthias Brendel, Jochen Bauer, Gerhard Friedmann und Norbert Ruß (von links). Foto: red Foto: red

Während das Telefon von Rettungsassistent Jochen Bauer klingelt, hört der Anrufer als Freizeichenton „We are the Champions“ von Queen. Bauer gibt sein Telefon weiter an Norbert Ruß. Die beiden stehen gerade auf dem Petersplatz vor dem Petersdom und warten, dass das Gotteshaus öffnet. „Wir haben noch fünf Minuten“, sagt Ruß.

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Seit Samstag sind die acht Malteser in Rom, am kommenden Samstag geht es wieder zurück. Sie sind aufgeteilt in zwei Trupps, je vier Freiwillige übernehmen im Wechsel die Vormittags- und Nachmittagsschicht. Sie werden für den Sanitätsdienst in drei der insgesamt vier Papstbasiliken eingesetzt und haben die Aufgabe, verletzte Pilger zu versorgen. Sie betreuen in den Kirchen Sankt Johann im Lateran, Sankt Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore den Sanitätsbereich. Weil Papst Franziskus heuer ein Heiliges Jahr ausgerufen hat, strömen besonders viele Pilger nach Rom.

Nur für den Petersdom wurden sie nicht eingeteilt, was Ruß bedauert. Denn: „Das ist die größte und schönste Sanitätsstation.“ Aber das könne man sich eben nicht aussuchen. Die Schicht am Vormittag dauert von 8.30 bis 13 Uhr, die am Nachmittag von 13 bis 17.30 Uhr. So decken die Helfer aus der Diözese pro Tag eine Basilika ab.

Eine Gruppe besteht aus vier Maltesern. „Wir sind hochkarätig besetzt“, sagt der 63-jährige Notarzt Ruß. Mit in der Schicht sind außerdem ein Rettungsassistent und zwei Sanitäter. Die Teams sind auch mit einem EKG ausgerüstet. Das kam bisher allerdings nicht zum Einsatz. „Was wir bieten können, wird nicht abgefragt. Der Verletzungsanteil ist relativ gering“, so Ruß. Oft müssen sie Pilger mit Kreislaufproblemen behandeln. Zwei Mann haben während einer Schicht Dienst in der Basilika, zwei Helfer bleiben in der Sanitätsstation. „Die meisten Leute in der Basilika fragen nach dem Klo.“

Es bleibt aber auch Zeit für Sehenswürdigkeiten. Am Montagnachmittag war die Truppe von Norbert Ruß dabei, als die Reliquien von Mutter Teresa durch die Menge auf dem Petersplatz getragen wurden. „Sonntag und Montag hatte man das Gefühl, dass halb Indien in Rom ist“, sagt Ruß. Auch viele Albaner waren da, dort wurde die nun Heilige geboren. Zurzeit sei es in Rom „affenheiß“. Deshalb sei das Besichtigen manchmal eine Plage. Sogar in den Basiliken kann es da drückend und schwül werden. „Aber wir überleben auch die nächsten Tage noch.“

Versorgen müssen sich die Sanitäter selbst. Das Essensgeld dafür wird zur Verfügung gestellt, außerdem werden Flüge und die Kosten für das Quartier übernommen. In der Ferienwohnung sind alle acht Sanitäter aus Waischenfeld und Bamberg in Doppelzimmern untergebracht. „Die Stimmung ist gut. Eben so, wie wenn acht Mannsbilder beieinander hausen“, sagt Ruß lachend. Aus Waischenfeld sind Jochen Bauer Stefan Eigl, Gerhard Friedmann, Matthias Brendel, Harald Wolfring und Stefan Landmann dabei.

Das Gespräch mit Norbert Ruß dauert am Ende dann doch keine fünf Minuten, sondern etwa eine halbe Stunde. Es endet zum richtigen Zeitpunkt. „Jetzt geht es wieder los“, sagt Ruß.