Maifeiertag Es muss nicht unbedingt ein Ausflug sein

Feiern und Feste sind abgesagt, vielerorts gibt es auch 2021 nicht einmal einen Maibaum - und womöglich überlaufene Ausflugsziele aufzusuchen, ist in diesem Jahr keine wirklich gute Idee. Wie also beschäftigen am 1. Mai? Ein paar Tipps, damit am Samstag keine Langweile aufkommt.

Tanz in den Mai

Der "Tanz in den Mai" soll den Frühling begrüßen - oftmals feucht-fröhlich. Traditionell gehört zu dem Fest in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, ein Feuer zu entfachen, um böse Geister zu vertreiben. Der Brauch nennt sich je nach Region auch Hexenbrennen oder Walpurgisnacht, abgeleitet von der heiligen Walburga. Bis ins Mittelalter war ihr Gedenktag der 1. Mai. Die Ursprünge des Fests reichen allerdings bis in die vorchristliche Zeit zu den Germanen zurück. Weil der Maifeiertag hierzulande für viele Leute arbeitsfrei ist, hat sich der „Tanz in den Mai“ als geselliges Beisammensein etabliert. Wer auch in der Pandemie nicht darauf verzichten will, kann einfach zu Hause virtuell mitfeiern: Aus dem Harz, bekannt als Wiege der tanzenden Hexen auf dem Blocksberg - dem Brocken -, kommt ein digitales Walpurgisfest auf die heimischen Bildschirme.
 

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Maibowle machen

Gelbe Blüten an den Sträuchern, rosa an den Bäumen, der Flieder duftet - und der Waldmeister blüht, die Hauptzutat der Maibowle. Zu finden ist die Pflanze laut WWF in Buchen- und anderen Laubwäldern, manchmal sogar im Nadelwald. Dort wächst sie an schattigen Plätzen unter Bäumen und Sträuchern. Mit seinen kreisförmig angeordneten, schmalen Blättern ist der Waldmeister leicht zu erkennen. Der WWF empfiehlt, einige Stiele kurz über dem Boden mit dem Messer abzuschneiden, ohne die Wurzeln herauszuziehen. Pro Liter Bowle sollten demnach nicht mehr als drei Gramm Waldmeister verwendet werden, weil er den Pflanzenstoff Cumarin enthält. Dieser kann Kopfschmerzen und Benommenheit verursachen.

Für die Bowle sollten die Stengel laut WWF eine Nacht lang trocknen und anwelken oder kurz eingefroren werden. Das verstärkt das Aroma. Dann wird der Waldmeister an einem Faden in trockenen Weißwein gehängt. Die Stielenden sollten draußen bleiben, damit die Bowle nicht bitter wird. Das Ganze eine halbe Stunde ziehen lassen, dann mit einem halben Liter Sekt aufgießen und mit Eiswürfeln kühlen.

In der alkoholfreien Variante funktioniert es auch mit Apfelsaft, Limonade und Mineralwasser. Die Bowle kann gezuckert oder mit Obststücken, Minze oder abgeriebener Zitronenschale verfeinert werden.



Kaffeetrinken mit Maitorte

Es wird wärmer, die Sträucher blühen – und wie ist das mehr zu genießen als von Terrasse oder Balkon aus bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen? Leicht zuzubereiten sind Torten, die nicht gebacken zu werden braucht. Der Boden setzt sich meist aus Kekskrümeln zusammen, die Schicht oben drüber aus einer Frischkäse-Masse. Dazu der süßlich-würzige Geschmack nach Waldmeister – und fertig ist eine Maitorte.

Zutaten für eine Springform (26 cm Durchmesser):

Teig:

90 gr Butter

200 gr Butterkekse

Prise Salz

Für die Cremeschicht:

2 Pck. Götterspeise mit Waldmeistergeschmack

200 ml Wasser

8 EL Zucker

500 gr Joghurt

400 gr Frischkäse Doppelrahmstufe

 

Zubereitung:

Die Kekse in einen Gefrierbeutel geben und mit dem Nudelholz zu Bröseln zerkleinern. Butter in einem Topf bei niedriger Hitze schmelzen. Kekskrümel mit Butter und einer Prise Salz mischen und als Boden in die Springform drücken. Dann für etwa 10 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Das Götterspeisen-Pulver mit Wasser und Zucker erwärmen, nicht kochen lassen. Auch nicht mehr Wasser nehmen, sonst wird der Kuchen nicht fest. Danach abkühlen lassen. Dann die Masse mit dem Joghurt und dem Frischkäse vermischen und auf dem Keksboden verteilen. Torte für mindestens 6 Stunden, besser über Nacht, in den Kühlschrank stellen.



Mini-Maibaum basteln

Ein geschmückter Baum oder Baumstamm wird in einigen Regionen im deutschsprachigen Raum, darunter in fränkisch geprägten Regionen, zum 1. Mai auf dem Dorfplatz aufgestellt. Als Krone bekommt er meist einen Kranz oder eine grüne Baumspitze verpasst. Der Brauch geht vermutlich – wie auch der „Tanz in den Mai“ – auf die Germanen zurück, die damit ihre Gottheiten verehrt haben. In Teilen Thüringens findet das Maibaumsetzen um die Pfingstfeiertage statt. Doch egal wann: Diese Tradition ist normalerweise an ein Fest geknüpft. Weil das in Corona-Zeiten unmöglich ist, kann man sich zumindest einen kleinen Maibaum für zu Hause basteln. Dafür finden sich im Internet zahlreiche Anleitungen, zum Beispiel >> hier. Wenn's ein größeres Exemplar für den Garten sein soll, geht auch >> das.



Balkonkonzert für die und mit den Nachbarn

Zusammen feiern geht an diesem 1. Mai nicht. Aber warum nicht den Nachbarn ein bisschen Live-Musik spendieren? So ein Privatkonzert mit der Gitarre auf dem eigenen Balkon erzeugt auch in Zeiten von Social Distancing ein wenig Gemeinschaft. Und wer weiß: Vielleicht überrascht der Herr Nachbar mit einer Gesangseinlage zu den instrumentalen Klängen. Oder die Dame von nebenan unterstützt mit ihrem Cajon den Rhythmus? Zusammen zu musizieren und damit die Distanz zu brechen - es wäre ein Signal zum 1. Mai.

 

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